Regionalexpress evakuiert : Zug rammt umgestürzten Baum

<strong>50 Passagiere</strong> wurden  aus dem Regionalexpress  von der  Feuerwehr  evakuiert.
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50 Passagiere wurden aus dem Regionalexpress von der Feuerwehr evakuiert.

50 Passagiere mussten am Montagabend aus dem Regionalexpress Lüneburg - Lübeck von der Feuerwehr evakuiert werden. Der Grund: Eine aufgrund des Sturmes umgestürzte Birke hatte die eingleisige Bahnstrecke blockiert.

svz.de von
19. Juni 2012, 06:46 Uhr

Güster | 50 Passagiere mussten am frühen Montagabend aus dem Regionalexpress Lüneburg - Lübeck von der Freiwilligen Feuerwehr Güster evakuiert werden. Der Grund: Eine aufgrund des starken Sturmes umgestürzte 30 Zentimeter dicke Birke hatte die eingleisige Bahnstrecke in Höhe der Ortschaft Güster (Kreis Herzogtum Lauenburg) blockiert. Zudem hatte der Baum beim Umstürzen eine parallel zur Schiene verlaufende Telefon- oder Datenleitung schwer beschädigt. Der Zugführer der gerade aus Büchen in Richtung Mölln unterwegs war, konnte trotz einer Vollbremsung eine Kollision mit dem quer auf den Schienen liegenden Baum nicht mehr vermeiden und kam erst nach rund 200 Metern zum Stehen. Der Regionalexpress wurde dabei so schwer beschädigt, dass eine Weiterfahrt unmöglich war.

Die Integrierte Regionalleiststelle in Bad Oldesloe alarmierte sofort die Freiwilligen Feuerwehren Güster; Hornbek, Gudow, Roseburg, Göttin und Besenthal sowie den Rettungsdienst zur Einsatzstelle die mitten im Waldgebiet lag. "Vor Ort konnte schnell Entwarnung gegeben werden, weil wir nach einer ersten Erkundung festgestellt hatten, dass zum Glück niemand der 50 Passagiere verletzt war", berichtet Güsters Wehrführer und Einsatzleiter Simon Mencke. "Aus diesem Grund wurden alle anderen alarmierten Einsatzkräfte abbestellt", so Mencke weiter. Die Passagiere selbst wurden durch den Zugführer über den Vorfall informiert, durften den Zug aber bis zum Eintreffen des Notfallmanager der Deutschen Bahn nicht verlassen. Dieser traf gegen 18.20 Uhr ein. "Im Zug selbst war alles bestens. Die Klimaanlage lief und es herrschte zu keinem Zeitpunkt Panik", sagte ein Fahrgast. Anschließend hatten die 15 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Güster alle Hände voll zu tun: "Die 50 Fahrgäste mussten auf freier Strecke aus dem Zug gelotst und zum etwa 400 Meter entfernten Bahnübergang nach Güster gebracht werden, wo sie mit Bussen weiterbefördert wurden", erklärt Einsatzleiter Simon Mencke. Gegen 19.30 Uhr war die Evakuierung komplett abgeschlossen. Weiterhin mussten kleinere Mengen ausgelaufenes Hydrauliköl aufgefangen werden, welches aus einer beschädigten Leitung stammte. Nachdem die Einsatzkräfte noch die abgerissenen Äste aus dem Gleisbett entfernt hatten war der Einsatz beendet. Am Regionalexpress selbst wurde neben dem Frontbereich, einigen Hydraulikleitungen, die Frontscheibe, eine Tragende- und zwei weitere Seitenscheibe beschädigt.

Der Zug musste am Abend durch einen angeforderten Werkstattzug abgeschleppt werden und war somit nicht mehr fahrbereit. Die Bahnstrecke war bis in den späten Abend voll gesperrt. Die Verspätungen, die aus der Streckensperrung resultierten, lagen bei mehreren Stunden.

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