zur Navigation springen

Ausbau für Naturpark geplant : Ziel 2012: Bewahren und Entwickeln

vom

Von Menschenhand in Teilen unberührt, präsentiert sich das Biosphärenreservat Schaalsee. Bewahren und Entwickeln, lautet hier die Devise auch 2012. Der Mensch bleibt dabei der ewige Gast, Beobachter und Bewunderer.

svz.de von
erstellt am 14.Feb.2012 | 09:15 Uhr

Zarrentin | Von Menschenhand in Teilen unberührt, präsentiert sich das Biosphärenreservat Schaalsee. Bewahren und Entwickeln, lautet hier die Devise. Der Mensch bleibt dabei ewiger Gast, Beobachter und Bewunderer von wildromantischen Gewässern, üppigen Wäldern mit jahrhundertealtem Baumbestand und einmaligen Vogelrevieren. Er staunt über das beständige Werden und Vergehen.

So wie auch Klaus Jarmatz, Leiter des Amtes für das Biosphärenreservat. "Die Entwicklung vom Naturpark zum Biosphärenreservat war ein 22-jähriger Prozess, bei dem wir viel gelernt haben", gesteht Jarmatz, der seit September 1990 die Position inne hat. Es sei gelungen, das natur- als auch kulturgeschichtlich hochinteressante Gebiet national wie international bekannt zu machen. Von außerordentlicher Bedeutung wäre auch, dass das Biosphärenreservat Schaalsee im Jahr 2000 durch die Weltorganisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur als offizielles Unesco-Schutzgebiet ausgewiesen worden sei. Inmitten einer von der Weichseleiszeit geprägten Jungmoränenlandschaft füge sich das Großschutzgebiet über 309 Quadratkilometer zwischen die Ballungszentren Hamburg, Lübeck und Schwerin.

"Diese Unesco-Anerkennung ist keine Selbstverständlichkeit, die man mal bekommt und dann immer behält. 40 Kriterien werden dafür regelmäßig kontrolliert", betont Jarmatz und bezeichnet den Widerspruch zwischen Landnutzung und Naturschutz als spannende Sache. "Dieser Spagat gelingt uns auf einer Fläche von 30 000 Hektar, deren Hälfte als Acker genutzt wird." Mit zahlreichen Projekte fördere das Amt die nachhaltige Entwicklung der Schaalseeregion, erklärt Jarmatz weiter. Entsprechend der Aufgabenstellung konzentrierten sich die Projekte auf die Schwerpunkte Naturschutz, Regionalentwicklung, Umweltbildung und Forschung. Viele Aufgaben im Biosphärenreservat könnten nur in Kooperation mit engagierten Unternehmen und Bürgern realisiert werden. Jarmatz: "Mittlerweile arbeiten wir mit starken Partnern zusammen. Allein 74 Unternehmen sind im sogenannten Partnerbe-triebsnetz der Schaalsseeregion tätig."

Das Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee vergibt übrigens in Zusammenarbeit mit einer regionalen Jury bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen die patentrechtlich geschützte Regionalmarke: "Biosphärenreservat Schaalsee - Für Leib und Seele". Die Marke weist auf regional und umweltgerecht erzeugte Produkte, Dienstleistungen oder Initiativen hin, die besonders empfehlenswert sind.

Die Vorhaben für 2012 sehen Planungen für die Wasserstandsanhebung im Kalkflachmoor, die Wasserstandsanhebung im Kuhlrader Moor durch einen Stau sowie den Beginn der Renaturierung der Moorrinne Klein Salitz bis zum Neuenkirchener See und Kneeser Niederung vor. Außerdem soll die Renaturierung der Schilde fortgesetzt werden. Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität stehen ebenfalls an. So die Aluminiumfällung im Lankower See sowie der Umbau des Aalfanges im Röggeliner See zur Fischtreppe für die Wasserstandsstabilisierung und Schaffung einer ökologischen Durchgängigkeit. Eine Verbesserung der Landschaft durch die Anlage von Kleingewässern und Hecken, beispielsweise eine Kleingewässeranlage in Boissow, Waschow und im Kammerbruch, stehen desweiteren für dieses Jahr an. Artenschutz und Monitoring gelten der Flussseeschwalbeninsel im Schaalsee, den Amphibien und Libellen an neugeschaffenen Kleingewässern und renaturierten Schildeabschnitten. Wasservogelzählungen, Fischotter- und Bibermonitoring sowie Wasserpegelmessungen vervollständigen die Palette.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen