Lübtheen : Zeit für altes Rathaus abgelaufen

Die Zeit für das Rathaus in Lübtheen scheint abzulaufen.
Die Zeit für das Rathaus in Lübtheen scheint abzulaufen.

Altehrwürdiger Verwaltungssitz in Lübtheen hat bald ausgedient. Bürgermeisterin und Stadtvertreter auf einer Wellenlänge

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12. Juni 2017, 05:00 Uhr

Eigentlich ist es noch gar nicht spruchreif, aber jetzt wurde es doch schon hinter vorgehaltener Hand diskutiert - der mögliche Umzug des Rathauses von Lübtheen. Zu offensichtlich der mehr oder minder veraltete Zustand für einen Verwaltungssitz mit Niveau. Und tatsächlich, es gibt schon sehr konkrete Vorstellungen, bis wann die Verwaltung umgezogen sein möchte und natürlich auch wohin.

„Wir haben darüber intern gesprochen, dass das Rathaus künftig in einem anderen historischen und sehr prominent gelegenen Gebäude der Stadt untergebracht werden könnte - in unserem alten Schulgebäude“, lässt Bürgermeisterin Ute Lindenau die Katze aus dem Sack. Im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte sie direkt die vielen Vorteile. Erstens müsse man ja aus dem alten Gebäude raus, weil eine Sanierung vom Keller bis unters Dach nötig wäre und das noch mehr Kosten verschlingen würde. Zweitens habe das Schulgebäude einen immensen Vorteil, was die Barrierefreiheit angeht. „Das ist heutzutage Standard und lässt sich hier eben viel leichter umsetzen“, sagt das Stadtoberhaupt.

Hinzu komme die gute Bausubstanz des Gebäudes, das zwar auch schon mehr als hundert Jahre auf dem Buckel habe, aber gut erhalten sei. Wie die Aufteilung der Räume in der Zukunft konkret aussehen würde, könne die Bürgermeisterin im Detail noch nicht sagen. „Wir befinden uns in einer Vorplanungsphase. Da gilt es erst einmal ein Finanzierungskonzept zu entwickeln und Geld zu sammeln“, so Lindenau.

An dieser Stelle jedoch war die Verwaltung und auch die Verwaltungsspitze persönlich bereits fleißig und scheinbar schon mit mehr als festen Vorsätzen unterwegs. Denn 65 Prozent der 2,5 Millionen Euro, die das Umziehen kosten würden, hat man bereits über Fördergelder in Aussicht gestellt bekommen.

„Mit einigen Ministerien hatten wir schon gesprochen und sind auf offene Ohren gestoßen“, sagt Lindenau. Jedoch sind diese knapp zwei Drittel beim ständig klammen Stadtsäckel in Lübtheen nicht ausreichend. Lediglich zehn bis 15 Prozent könne man selbst berappen, um sich den Umzug und die Sanierungsarbeiten leisten zu können. Zukunftsmusik also noch, aber mit dem süßen Klang der Zuversicht.

Im Jahr 2019 oder 2020 könnte das alte Rathaus also leer stehen und die Belegschaft samt Technik in der alten Schule sitzen, ginge es nach Ute Lindenau, die mit der örtlichen Polizei und dem Biosphärenreservat bereits Gespräche zu einer Nutzungsteilung des großen Schulgebäudes in Gesprächen war. „Ich denke, wenn es tatsächlich dazu kommt, dass wir das Projekt auf den Weg bringen, werden wir mit beiden Ansprechpartnern unter einem Dach sein.“

Das alte Rathaus gehe an die „Tochter der Stadt“, die Lübtheener Wohnungswirtschaft, die aus den jetzigen Büros mit Sicherheit schöne Zimmer und Wohnungen machen könnte. Im neuen Verwaltungssitz könnte es im Sinne der Barrierefreiheit auch einen Fahrstuhl geben und weitere technische Voraussetzungen, die dem heutigen Standard für Rathäuser entspräche.

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