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Hagenower Kreisblatt

12. Dezember 2017 | 07:41 Uhr

Käufer gesucht : Zarrentins letzter Schandfleck

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Bahnhofkomplex soll verkauft werden. Interessenten können sich bis 26. Februar im Amt melden. Mindestgebot beträgt 70 000 Euro

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2016 | 09:41 Uhr

„Es ist der letzte Schandfleck von Zarrentin, der endlich verschwinden muss“, fordert Bürgermeister Klaus Draeger im SVZ-Gespräch. Und meint damit das örtliche Bahnhofgebäude einschließlich des Güterschuppens. „Es sind eigentlich schöne Liegenschaften, die jedoch sehr dringend Hilfe brauchen.“ Die Stadt habe Interesse, dass das unter Denkmalschutz stehende Gebäude erhalten bleibe. „Sollte es dieses Mal einen Käufer geben, werden wir ihn als Kommune bei der Sanierung unterstützen, wo wir können,“ verspricht das Stadtoberhaupt und spricht auch die Straße vor dem Bahnhof an. Die solle neu gemacht werden. „Für 2016 haben wir sie bereits in der Planung, die Umsetzung soll dann 2017 erfolgen“, erklärt Draeger weiter. Und hofft, dass der Bahnhof nun endlich einen echten Interessenten finde. Denn bis zum 26. Februar könnten Kaufwillige, die mindestens 70 000 Euro aufzubringen bereit seien, sich an den Planungsverband TGG Valluhn/Gallin über das Amt Zarrentin wenden, um ihr Angebot abzugeben.

Vor zwei Jahren hatte der Planungsverband als Eigentümer schon einmal versucht, den Bahnhof zu veräußern. „Es gab damals zwei Interessenten, doch beide sind wieder abgesprungen“, erinnert sich Dirk Schiewer als der für die Geschäftsführung des Planungsverbandes Beauftragter. Der Verband hatte 2004 die Strecke von der Deutschen Bahn abgekauft, mit der Absicht, das Gewerbegebiet an die Autobahn anzuschließen. 2011 kaufte der Planungsverband auch das Gebäude von einem Tochterunternehmen der Bahn.

„Wir sind im Stellwerk in Wittenburg und in Zarrentin eingemietet, um die Gleisanlagen betreiben zu können. Nach dem Verkauf sollen das Stellwerk und der Relaisraum erhalten und funktionstüchtig bleiben.“ Durch den Käufer sei sicherzustellen, dass der Bahnbetreiber jederzeit Zugang zu diesen Anlagen habe und die Nutzung uneingeschränkt gewährleistet sei. Alternativ sei es jedoch möglich, sie auf Kosten des Käufers zu verlegen, erklärt Schiewer und berichtet desweiteren, dass es zwei neue Interessenten gäbe, die das Objekt bereits besichtigt hätten. „Wir haben alles komplett entmüllt. Aber es ist und bleibt ein ständiger Kostenfaktor. Früher haben sich die Eisenbahnfreunde von Posten 12 rührig um den Gebäudekomplex, der um 1896 errichtet worden ist, gekümmert, an dem nun aber schnellstens etwas gemacht werden muss. Denn die letzten nicht nennenswerten Modernisierungen haben 1990 stattgefunden.“ Der bauliche Zustand sei also unbefriedigend und die Ausstattung überwiegend verschlissen, überaltert oder gar zerstört. Dann lobt Schiewer den guten Standort in Stadtnähe und spricht von vielen Potentialen, um dieses Gebäude wieder mit neuem Leben zu erfüllen. Die angrenzende Bahnstrecke sei derzeit voll betriebsfähig und werde unregelmäßig für Gütertransporte genutzt. Die Nutzflächen betrügen etwa 100 Quadratmeter im Erdgeschoss und rund 65 Quadratmeter im Obergeschoss des Bahnhofsgebäudes sowie ungefähr 115 Quadratmeter im Güterschuppen.

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