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Biogasanlage Klein Zecher : Zarrentiner fürchten Verkehrsinfarkt

vom

Es ist eng in der Hauptstraße und wenn die Biogasanlage gebaut wird, dann wird es noch enger. Es ist zu erwarten, dass noch größere Fahrzeuge hier durchkommen. Das bringt immer mehr Zarrentiner auf die Palme.

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 12:32 Uhr

Zarrentin | Der Schnitt des Straßengrüns an der Zarrentiner Hauptstraße geschieht sozusagen im Vorbeifahren. Alle großen Fahrzeuge, die sich hier durch die City der kleinen Schaalseestadt auf der Bundesstraße 195 mit Tempo 30 durchquälen, rasieren das Grün immer wieder zurück.

"Es ist eng hier in der Hauptstraße, und wenn die Biogasanlage in Klein Zecher gebaut wird, dann wird es noch enger, weil zu erwarten ist, dass noch größere Fahrzeuge hier durchkommen", befürchtet Ira Steffen von der Zarrentiner Bürgerinitiative "Für Zarrentin". Das Thema Biogas Klein Zecher bringt zunehmend mehr Zarrentiner auf die Palme, weil sie befürchten, dass eine Maislawine auf die Schaalseestadt zurollt.

Bereits im Frühjahr warnte die Bürgerinitiative "Für Klein Zecher" aus dem benachbarten Ort öffentlich: "Wir gehen davon aus, dass eine zweite Biogasanlage bis Ende 2013 in Klein Zecher gebaut und in Betrieb genommen wird", sagte Gerhard Schott, Sprecher der Initiative. Jetzt befürchten vor allem die Anlieger der Zarrentiner Hauptstraße eine zunehmende Verkehrsbelastung auf der Bundesstraße 195, die Mitten durch ihren Ort führt, und die an der Landesgrenze übrigens zur Kreisstraße 78 herabgestuft wird. Nach Informationen der Bürgerinitiative wird Ende August die Genehmigung für die Biogasanlage erwartet. "Die Anbauflächen für den Mais, der für die Biogasanlage benötigt wird, liegen hauptsächlich zwischen Zarrentin und Wittenburg. Und wir wollen eben nicht, dass die übergroßen Maisfahrzeuge dann mitten durch die Hauptstraße fahren, weil das eine zu große Belastung für uns alle wäre", sagt Ira Steffen weiter im Gespräch mit SVZ.

"Wir möchten verhindern, dass der ganze Verkehr mit dem Dreck, dem Lärm und den Gefahren hier durch die Stadt rollt. Außerdem sehen wir es nicht ein, dass eine zweite Biogasanlage in Klein Zecher benötigt wird. Zu den Maistransporten zur Biogasanlage kommen die Gärreste, die von der Biogasanlage wieder zurück auf die Felder gebracht werden. Und alles wird durch Zarrentin transportiert", sagt sie. "In der Hauptstraße befindet sich die Grundschule, dort sind Tagesmütter mit kleinen Kindern, die Geschäfte und die Touristen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind", gibt sie weiter zu bedenken. "Zarrentin wirbt mit der hier vorhandenen Natur um Touristen und dann rollen die Maistransporte an. Das ist unzumutbar, nur weil einer Subventionen für die Biogasanlage bekommen will", sagt Julien Herbert Hass von der Bürgerinitiative. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Investor und Bürgerinitiative sollen bereits skurrile Züge angenommen haben. Weil Angaben auf der Unterschriftenliste angeblich nicht stimmen sollen, wurden Listen entwendet, die inzwischen aber wieder bei der Zarrentiner Bürgermeisterin Greta Glass aufgetaucht sein sollen.

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