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Nach Sitzung der Stadtvertretung : Zarrentin liebäugelt mit Kurort

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Stadtvertreter wollen Chancen einer Bewerbung prüfen / Bürgerumfrage zur Zukunft der Kommune am Schaalsee angedacht

von
erstellt am 22.Aug.2014 | 18:00 Uhr

Die Stadtvertreter von Zarrentin denken über den Status eines Erholungs- oder Kurortes für die Kommune nach. Der Wirtschaftsausschuss wurde am Donnerstagabend beauftragt, entsprechende Überlegungen zu prüfen.

Philipp Groteloh von der Fraktion Bürgernahe für Bürgernähe begründete seinen Vorschlag mit den Vorteilen für die Stadt. Sollte die Kommune Kur- oder Erholungsort werden, könnte sie beispielsweise eine geringe Kurabgabe erheben. Damit ließe sich die Stadtkasse „schon etwas auffüllen“, sagte Groteloh. Seines Wissens könne die Stadt die Einnahmen behalten. Sie würden bei den Schlüsselzuweisungen des Landes nicht berücksichtigt.

Ein weiteres Plus ist nach den Worten des Stadtvertreters, dass Zarrentin dann auf bislang verschlossene Fördertöpfe zugreifen könnte. „Diese Vorteile sollten wir uns erschließen“, betonte Groteloh. Mit dem Biosphärenreservat Schaalsee und dem dortigen Informationszentrum biete Zarrentin beste Voraussetzungen für den Titel eines Erholungs- oder Kurortes. Er schlug vor, Vertreter des Tourismusverbandes Mecklenburg-Schwerin als Berater hinzuziehen.

Die anwesenden 15 der 17 Stadtvertreter Zarrentins schlossen sich der Idee einstimmig an.

Die Zukunft der Stadt wird möglicherweise auch Inhalt ein erneuten Bürgerumfrage. Wie schon 2010 und 2011, könnten die Potenziale der Kommune und deren Schwächen aus Sicht der Einwohner abgefragt werden, sagte Matthias Abel vom Fachdienst Finanzen und Bürgerservice. Deren Vorschläge und Kritiken sollten dann in ein Zukunftskonzept und eine Prioritätenliste mit den wichtigsten Vorhaben einfließen. Die Stadtvertretung fasste auf ihrer ersten Sitzung nach der Konstituierung den einstimmigen Grundsatzbeschluss, den Gedanken eines Leitbildes für die Stadt weiter zu verfolgen. Bürgerbefragung und begleitende Workshops soll der Finanzausschuss vorbereiten.

Moderner und zugleich umweltfreundlicher will auch die Stadtvertretung werden. Die Mandatsträger sollen ab Januar 2015 Beschlussvorlagen und Niederschriften auf einem eigenen Laptop abrufen, die Arbeit mit Papier würde dann entfallen. Details beispielsweise zur Finanzierung müssen allerdings noch geklärt werden, wie Zarrentins neuer Bürgermeister Klaus Draeger sagte. Für die Abgeordneten sind Schulungen vorgesehen. Alle anwesenden Stadtvertreter votierten grundsätzlich für den Vorschlag der Verwaltung, den so genannten digitalen Sitzungsdienst einzuführen.

Das Gremium beschloss außerdem, die Stromlieferverträge mit dem Energieversorger WEMAG zu kündigen und die Lieferleistung für alle zum Amt Zarrentin gehörenden Gemeinden für drei Jahre europaweit auszuschreiben. Von diesem Schritt erhofft sich Zarrentin eine fünf bis zehnprozentige Preisersparnis beispielsweise für die Straßenbeleuchtung. Der CDU-Abgeordnete Walter Strube warnte davor, durch diesen Schritt Arbeitsplätze bei der WEMAG zu gefährden. Draeger verteidigte das Vorhaben. Die Stadt sei gesetzlich dazu verpflichtet , neu auszuschreiben, sagte er. Die Mehrzahl der Abgeordneten gaben der Beschlussvorlage ihre Zustimmung, Strube enthielt sich.

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