Zarrentin : Zarrentin kämpft für Schulcampus

Über diese in die Jahre gekommene Haupttreppe aus Holz müssen tagtäglich 120 Schüler beim Unterrichtsraumwechsel. Sie entspricht keiner DIN-Norm und ist zu schmal.
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Über diese in die Jahre gekommene Haupttreppe aus Holz müssen tagtäglich 120 Schüler beim Unterrichtsraumwechsel. Sie entspricht keiner DIN-Norm und ist zu schmal. 

Stadt, Schulverband, Förderverein und Verwaltung auf Suche nach Unterstützern. Grundschule und Sporthalle längst zu klein und marode

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21. Juni 2016, 21:00 Uhr

„Wir brauchen die Unterstützung der einzelnen Ministerien, die für einen Neubau von Schule und Sporthalle zuständig sind. Als Stadt und Bauherr haben wir unsere Hausaufgaben gemacht. Jetzt warten wir nur noch auf den Startschuss“, erklärt Zarrentins Bürgermeister Klaus Draeger bei einem Lokaltermin in der örtlichen Grundschule mit der SVZ. Denn das in die Jahre gekommene Fachwerkgebäude offenbart bei näherem Hinsehen zahlreiche Mängel.

„Die hölzerne Haupttreppe als Dreh- und Angelpunkt in der unter Denkmalschutz stehenden Schule ist nicht DIN-gerecht. Auch der Brandschutz ist nicht gegeben. Die Auftrittsbreite ist nicht ausreichend. Wenn man sie ersetzen wollte, muss man im gesamten Bestand weitermachen. Denn sie ist eingebettet im Fachwerk. So einfach kommt man da also auch nicht ran. Die gesamte Schule ist mittlerweile viel zu klein. Eine Sanierung würde etwa eine bis anderthalb Millionen Euro verschlingen. Nach gültiger Schulbaurichtlinie sogar das Doppelte. Und das ist nur eine ganz grobe Schätzung“, sagt Dirk Schiewer, seines Zeichens Fachamtsleiter Bau, Regionalentwicklung und Ordnungsangelegenheiten im Amt Zarrentin. Die Stadt habe sich zusammen mit Schulverband, Förderverein und Verwaltung seit Jahren Gedanken gemacht, wie das Dilemma zu lösen sei. Alle seien zu dem Schluss gekommen: Investieren in diese marode Bildungseinrichtung sei rausgeschmissenes Geld.

„Sanieren und Anbauen wäre widersinnig und unwirtschaftlich“, bringt es Stadtoberhaupt Draeger auf den Punkt. Und wirft die rund sieben Hektar große kommunale Fläche in der Möllnschen Straße/Am Sportplatz ins Spiel. „Dort soll unser neuer Schulcampus entstehen. Die Regionalschule mit den Klassen fünf bis zehn erhält an diesem Ort ein neues Domizil inklusive einer Zweifelder-Sporthalle sowie Sportanlagen unter freiem Himmel. Die Grundschule bezieht dann die bestehende Einrichtung in der Rosenstraße.“

Ein Gedanke, mit dem sich auch Schulleiterin Heide Hollstein sofort anfreunden könnte. Denn besonders die alte Fritz-Reuter-Turnhalle von 1961 sei ihr und dem Lehrerkollegium längst ein Dorn im Auge. „In der Regel haben zwei Klassen in der Einfeld-Halle gleichzeitig Sportunterricht. Das sind 50 und mehr Schüler. Der Geräuschpegel ist enorm. Eine Trennwand kann man auch nicht ziehen. Der Arbeitsmedizinische Dienst hat bereits festgestellt, dass der Lärm für die Pädagogen und natürlich die Kinder viel zu hoch sei. Deshalb müssen wir für eine neue Turnhalle kämpfen.“

Für André Wlassak vom Schulverein Zarrentin e. V. ist der jetzige Zustand mehr als unhaltbar. „Etwa 120 Mädchen und Jungen der ersten und zweiten Klassen besuchen die Grundschule mit ihren sechs Unterrichtsräumen und die Schülerzahlen wachsen. In einem der Räume wird sogar schon die Decke mit einem durchgängigen Eisenträger und zwei Stützen abgefangen. Da muss endlich was passieren.“

Dass MV’s Wirtschaftsminister Harry Glawe sich bereits von dem Problem selbst ein Bild gemacht habe, lässt Klaus Draeger gegenüber der Redaktion nicht unerwähnt. Zumal der CDU-Politiker Hilfe zugesagt habe. „Wir werden nicht nachlassen bei unserem hartnäckigen Kampf um einen Schulcampus. Und wir nehmen die Politik beim Wort. Auch wenn es vielleicht schon nervt. Doch das sind wir unseren Kindern schuldig.“

Hausmeister Bruno Meinhardt würde lieber heute als morgen in einem gut isolierten Bau Dienst versehen. „Im Winter müssen die Heizungen auf Hochtouren laufen, damit wir es in der Grundschule einigermaßen warm bekommen. Es sind nämlich nur dünne Wände ohne Isolierung.“

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