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Lübtheen : Zapfenstreich für Truppenübungsplatz

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Lübtheens Truppenübungsplatz schließt im Juni. Mit einem Appell wird der Platz offiziell am 13. Juni „außer Dienst gestellt“. Hauptmann Meißner ist jetzt für die Demontage und den Rückbau verantwortlich.

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erstellt am 24.Apr.2013 | 07:00 Uhr

Lübtheen | Der M 47 ist schon weg. Der amerikanische Panzer stand jahrelang auf einem Hügel am Eingang zum Truppenübungsplatz. "Vor drei Wochen kam der Tieflader und nahm ihn mit. Jetzt steht der Panzer auf dem Truppenübungsplatz in Bergen - so wie vieles Andere von uns auch", erzählt Hauptmann Dietmar Meißner. Der Leiter des Truppenübungsplatzes sitzt in seinem Büro in einer Baracke gleich hinter dem Pförtnerhaus. Von den 13 Soldaten, die hier früher gearbeitet haben, sind heute noch vier auf dem Truppenübungsplatz. Auch die Belegschaft des ortsansässigen Bundeswehrdienstleistungszentrums hat sich von 24 auf zehn verkleinert. Und von den 23 Feuerwehrmännern der Bundeswehr sind noch 15 da. Die anderen arbeiten jetzt in Bergen, Munster, Bremen, Kiel oder Warnemünde. Von den Zivilmitarbeitern sind die meisten nach Hagenow oder Schwerin gewechselt. Hauptmann Meißner wird bis zum letzten Tag bleiben. "Wir übergeben die Gebäude besenrein", sagt er. Die Soldaten sind täglich auf dem Gelände unterwegs. Betonschutz-Erdwälle, Geschossgänge, aufgeklappte Zielkästen, Signalmasten - das alles wird zurückgebaut, abmontiert, zerlegt.

Am 13. Juni wird es einen offiziellen Außer-Dienststellungs-Appell geben, mit Politikern und Kommandanten. Dann wird auch die Patenschaft mit der Stadt Lübtheen offiziell beendet.

Lübtheen ist der erste von sechs Standorten, die die Bundeswehr deutschlandweit schließt. "Anfangs hieß es 2014, dann Ende 2013, jetzt ist schon im Juni Schluss", sagt Meißner. Er gibt zu, dass er nicht mehr gern zur Arbeit kommt seitdem die Garagen und Büros ausgeräumt werden. "Mit meinem Job hat das hier nichts mehr zu tun. Es nimmt einen schon mit, wenn man weiß, wie man den Platz in Aktion erlebt hat." Die Zentrale zum Beispiel, drei Zimmer neben seinem Büro, war das Herzstück des Truppenübungsplatzes. Hier liefen bei jeder Übung die Fäden zusammen, hier mussten sich die Truppen anmelden, von hier aus hatte man direkten Funkkontakt zum Truppenübungsplatz. Heute ist das Zimmer halb leer, Fotos und Geländekarten von den Wänden sind in Kartons verstaut. Großübungen, wie die jährlich stattfindende wochenlange IFL, zu der Tausende Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere aus ganz Deutschland nach Lübtheen kamen, gehören zur Vergangenheit.

Und die Zukunft? Hauptmann Meißner hebt die Schultern. Er wird den Platz fristgerecht an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergeben. Der 30. Juni wird sein letzter Arbeitstag in Lübtheen sein. "Dann ist hier Schluss", sagt er. "Und nichts wird mehr an die 75 Jahre Truppenübungsplatz Lübtheen erinnern."

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