Flüchtlingswelle : Zahrensdorf zur Aufnahme bereit

Bereits gestern war in der Zahrensdorfer Halle alles für die Ankunft der Flüchtlinge vorbereitet. Sie wurden für den späten Abend in der Gemeinde ewartet.
Bereits gestern war in der Zahrensdorfer Halle alles für die Ankunft der Flüchtlinge vorbereitet. Sie wurden für den späten Abend in der Gemeinde ewartet.

Flüchtlingswelle zwingt Landkreis zu Notmaßnahme / Zahrensdorfer Turnhalle für 60 Menschen hergerichtet / Kreis sucht Wohnungen

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07. September 2015, 21:00 Uhr

Die Flüchtlingswelle wirkt sich auch immer direkter auf unseren Landkreis aus. Am gestrigen späten Abend wurde so ein Bus mit bis zu 60 Flüchtlingen erwartet, die entweder direkt aus Bayern oder aber aus dem hessischen Fulda ankommen sollten.

Die Menschen sollen zumindest vorläufig in der Turnhalle der Gemeinde untergebracht werden. „Das ist eigentlich nicht das, was ich wollte“, bekannte Landrat Rolf Christiansen gestern im Gespräch mit der Schweriner Volkszeitung. „Es bestand aber die Gefahr, dass diese Menschen in der Horster Einrichtung im Freien hätten schlafen müssen, weil die Einrichtung niemand mehr aufnehmen kann. Das wollen wir niemanden zumuten. Daher haben wir kurzfristig diese Übergangslösung organisiert“, erklärte der Landrat, der sich gestern Mittag vor Ort von den Vorbereitungen überzeugte.


Landrat bedankte sich bei der Gemeinde


Christiansen bedankte sich ausdrücklich bei der Gemeinde, die kurzfristig die Halle zur Verfügung stellte. Diese Halle wurde am vergangenen Wochenende vor allem mit Mitteln und Ausrüstungsgegenständen des Katastrophenschutzes ohne großes Aufsehen hergerichtet und vorbereitet.

Der Bürgermeister von Zahrensdorf und Neu Gülze, Hans-Jürgen Michalska, sagte: „Das ist doch selbstverständlich, dass wir diesen Menschen helfen. Die Halle wird nur für den Breitensport genutzt und kann daher in so einer Situation gut als Unterkunft für Flüchtlinge dienen.“ Auf Nachfrage unserer Redaktion sagte er auch: „Ich weiß bisher nichts von Ängsten der Bewohner von Zahrensdorf wegen der Flüchtlinge. Dafür haben viele Bürger der Gemeinde, aber auch aus Boizenburg und von weiter her bei mir angerufen und Hilfe angeboten. Aber die Flüchtlinge sollen erst einmal hier ankommen, dann sehen wir, was sie brauchen.“

Landrat Christiansen berichtete, dass man gestern kurzfristig die Betreuung der Flüchtlinge organisiert habe. Ob die Zahrensdorfer Halle tatsächlich gebraucht wird, hing gestern Nachmittag auch von der Situation in Stern Buchholz in Schwerin ab. Nach letzten Meldungen wurden mit dem Eintreffen der Flüchtlinge in den späten Abendstunden gerechnet.

Doch angesichts des weiter anhaltenden Flüchtlingsstroms wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Zahrensdorfer Halle genutzt wird. Der Landkreis, so Christiansen, sei jedoch weiter auf der Suche nach Ausweichmöglichkeiten. Woher die Flüchtlinge kämen, wisse er nicht, es sei ihm auch egal, so der Landrat. Hier müsse geholfen werden.

Christiansen schätzte gestern, dass die Zahl der Flüchtlinge, die in diesem Jahr im Landkreis aufgenommen wurden, schon jenseits der 1000 liege. Wo man bei dieser Zahl am Ende des Jahres landen werde, könne derzeit niemand seriös sagen.

Unabhängig von der Erstaufnahme ist der Landkreis ständig auf der Suche nach geeigneten Wohnungen für die spätere dezentrale Unterbringung der Gäste. „Wir schauen uns alle Wohnungen an, die in Frage kommen und freuen uns über jedes seriöses Angebot.“

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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