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Straßensperrung Hagenow Heide : Wut und Frust über Entscheidung

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Ministerium für Energie- und Bauwirtschaft hat Mehrkosten abgelehnt Straßensperrung in Hagenow Heide bleibt bis zum bitteren Ende

Heide „Was hat es gebracht? Nichts!“, empören sich Marlies Brandt und Edda Köster in einem Schreiben an unsere Redaktion. Sie hatten kürzlich das Gespräch mit allen Beteiligten im Amt Hagenow-Land zur Vollsperrung in Hagenow Heide geführt und sind jetzt wütend und frustriert.

„Dem Straßenbauamt Schwerin ist das Nachtragsangebot von Westa-Bau, das die Fertigstellung der ersten beiden Bauabschnitte zum 31. Dezember 2017 und eine einseitige Sperrung für den dritten von Januar 2018 bis zur Fertigstellung beinhaltete, zugegangen.  Die Baufirma möchte für den zusätzlichen Aufwand 315 000 Euro in Rechnung stellen. Das ist etwa die Hälfte der Reisekosten unserer Landesregierung, um die Bedeutung Mecklenburg-Vorpommerns, besonders die Fähigkeiten bei der Planung und beim Bau von Kurzstrecken, in die ganze Welt zu tragen. Der Dienstherr des Straßenbauamtes, das Ministerium für Energie- und Bauwirtschaft,  hat die Erhöhung der Kosten aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt. Man wolle nicht 315 000 Euro zusätzlich bezahlen für eine Bauzeit, die von Januar bis Juni wahrscheinlich auch noch von einem wetterbedingtem Baustopp geprägt ist. Das heißt, dass so gebaut wird, wie es uns mitgeteilt wurde: zwei Jahre Bauzeit bei Vollsperrung. Außerdem informierte man uns, dass die Firma  sich  vier  Monate im Bauverzug  befinde. Man hoffe, das aufholen zu können, ansonsten würden  vertragliche Strafen fällig. Das bringt uns überhaupt nichts. Wir müssten uns dann auf vier  weitere Monate einstellen. Leider können wir nichts Positiveres mitteilen“, heißt es in den Zeilen der beiden Frauen.

Im Rückblick hätten sie  darüber hinaus fast nur Ablehnung aller angesprochenen Behörden erfahren. „Wir waren nirgends willkommen. Neben dem sachlichem Ergebnis ist das eine erschreckende Erfahrung. Niemand fühlt sich verantwortlich (alle örtlichen Ämter und Ausschüsse), unsere Fragen werden als Belästigung empfunden (Landkreis), man hält uns hin. Zugesagte Termine spielen keine Rolle (Landkreis, Umweltausschuss des Landkreises), wir erhalten nicht einmal bedauernde Antworten, dass man für uns nichts tun könne. In der Zeitung werden wir vom Bürgermeister aus Setzin abwertend als ,diese Leute’ bezeichnet.“ Man habe ihnen  im Finanzausschuss der Stadt Hagenow angedroht, vom Hausrecht Gebrauch zu machen, und sitze es einfach aus. Nicht einmal die Belastung der Schüler durch die Umleitung zur Umleitung beim Schulbusverkehr sei  den Zuständigen einer Antwort wert.

„Wahrscheinlich ist es jetzt die Überzeugung einiger Verantwortlichen, dass man durch Abwarten und Ertragen alle Bürgerproteste übersteht, und sich dann wieder in Ruhe um wichtigere Probleme kümmern kann. Aber wir werden es nicht vergessen.  Jedes Beginnen beinhaltet auch die Möglichkeit des Scheiterns. Es ist dennoch besser, es zu versuchen, statt nichts zu unternehmen.“

Gäbe es auch etwas Positives? Ja, das Straßenbauamt Schwerin habe sich um das Nachtragsangebot gekümmert, das Amt Hagenow-Land übernahm die Organisation der Gespräche dort. „Wir haben uns für unser Dorf eingesetzt und es existiert ein mitunter lustiger Chat für Kuhstorf. Wir bedanken uns bei allen, die uns unterstützt haben: den Kinderwagen schiebenden Postboten, allen Teilnehmern an unseren Protestaktionen, den Mitgliedern des Chats. Übrigens: Wir sollten die Schranke und den Betonpoller nach dem Ende der Bauzeit käuflich erwerben. Falls es einmal ein Museum in Kuhstorf geben sollte, könnte das dort ausgestellt werden mit der Überschrift: ,Unser zweites Leben hinter einer Mauer’.“

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erstellt am 29.Apr.2017 | 04:58 Uhr

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