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Hagenower Kreisblatt

20. August 2017 | 23:15 Uhr

Heidekrug : Wurde Benny auch vergiftet?

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Schon vor einigen Monaten starben zwei Hunde in Heidekrug. Nun ist auch der Berner Sennenhund von Familie Bursian tot

Als Christian Bursian am 13. Juni aus seiner Nachtschicht als Fahrdienstleiter bei der Deutschen Bahn kam, fiel ihm gleich auf, dass mit Benny etwas nicht stimmte. Der Berner Sennenhund  kam nicht angesprungen wie sonst, um ihn zu begrüßen und reagierte auch nicht auf Rufe. Christian Bursian ging zu ihm hin und bemerkte sofort das ungewöhnlich starke Hecheln des dreijährigen Rüden. Seine Augen waren ganz gelb, ebenso das gesamte Zahnfleisch. Er packte den Hund ins Auto und benachrichtigte Tierärztin Katharina Wiener, die sich trotz des Sonntages sofort Zeit für den Notfall nahm.

Die Boizenburger Tierärztin nahm dem Hund Blut ab, das eingeschickt wurde. Beim Ultraschall entdeckte sie die stark vergrößerte Leber. Sie vermutete wegen der plötzlich auftretenden Symptome eine Vergiftung und gab Tabletten und Spritzen. „Aber sie wusste ja nicht genau, welches Gift es sein könnte“, meint Christian Bursian.

„Die Tabletten hat Benny gar nicht mehr gefressen“, wirft seine Frau Andrea ein. Benny ging es im Tagesverlauf trotz der Spritzen immer schlechter. Christian Bursian fuhr am Abend in die Notaufnahme der Tierklinik in Lüneburg. Dort wollte der Arzt noch einmal Blut abnehmen. „Aber da hat Benny sich nur noch einmal aufgebäumt, Blut lief aus Nase und Ohren und dann war er tot“, erinnert sich Christian Bursian mit Tränen in den Augen an diesen Moment. „Ich werde nie vergessen, wie er mich da angesehen hat.“

Die Untersuchung der Blutwerte in einem Schweriner Labor hat inzwischen eine 40-fache Erhöhung der Leberwerte ergeben. „Deshalb und wegen des akuten Auftretens der Symptome vermute ich eine Vergiftung“, erklärt Tierärztin Katharina Wiener. Da die Bursians den Hund jedoch nicht in der Pathologie untersuchen lassen wollten – das Gutachten müssen Hundebesitzer wie die Behandlung zuvor selbst bezahlen und sie können danach ihren Hund nicht beerdigen – kann man nun nicht mehr heraus bekommen, durch welches Gift der Berner Sennenhund so plötzlich gestorben ist.

Ehepaar Bursian kann sich auch nicht erklären, wie Benny das Gift aufgenommen hat. „Wir haben hier auf dem Grundstück weder Rattengift noch andere Gifte“, erläutert der Hundebesitzer. „Haushaltsreinigungsmittel stehen verschlossen in der Küche, die Hunde dürfen aber nie ins Haus.“ Benny hatte noch eine Partnerin, die Berner Sennenhündin Emma. Seit 1993 haben die Bursians Hunde, seitdem die Kinder aus dem Haus sind, dreht sich fast alles um sie. „Die Hunde sind nie unbeaufsichtigt. Wir versuchen unsere Schichten immer so einzuteilen, dass einer von uns hier ist. Wenn wir nicht da sind, sind sie im Zwinger eingesperrt.“ Wenn einer von den Bursians oder beide zu Hause sind, können die Hunde über das großzügige Grundstück toben.

Das Paar vermutet eine absichtliche Vergiftung durch Unbekannte. Wie sich nun herausstellt, starben bereits vor einigen Monaten ein  Berner Sennenhund und ein Langhaarterrier in Heidekrug und die Besitzerinnen  vermuteten eine Vergiftung. Eine davon kann Katharina Wiener bestätigen. Die Tierärztin hat Kriminalhauptkommissarin Anke Dahlenburg vom Boizenburger Polizeirevier über den Vorfall informiert. Die Bursians haben Anzeige erstattet.

Anfang Januar  diesen Jahres gab es bereits  mehrere Fälle im Rehnaer Raum, wo Hunde vermutlich an Vergiftungen gestorben waren. Hier bestand der Verdacht, dass Einbrecher mit vergifteten Ködern Wachhunde ausschalten wollten.


 

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erstellt am 07.Jul.2016 | 18:30 Uhr

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