zur Navigation springen

Zehnjähriges Bestehen : Würdevolle Begleitung bis in den Tod

vom

In der Region Hagenow stellen sich die ehrenamtlichen Mitglieder des Hospizdienstes e.V. der Herausforderung, mit dem Tod umzugehen, und das in vielen hunderten Stunden pro Jahr.

svz.de von
erstellt am 11.Nov.2011 | 07:48 Uhr

Wittenburg | Wenn es darauf ankommt, einen Sterbenden in den Tod zu begleiten, Trost zu stiften, den Angehörigen in so einer schweren Stunde zur Seite zu stehe, dann finden die Betroffenen kompetente Ansprechpartner bei einem Hospizdienst.

In der Region Hagenow sind seit zehn Jahren die ehrenamtlichen Mitglieder des Hospizdienstes e.V. auf diesen Gebiet aktiv und ehrenamtlich tätig. Sie stellen sich der Herausforderung, mit dem Tod umzugehen, und das in vielen hunderten Stunden pro Jahr. Am kommenden Mittwoch begeht der Hospizdienst um 17 Uhr im Wittenburger Rathaussaal mit Freunden, Wegbegleitern und Unterstützern das zehnjährige Jubiläum.

Nach den Worten von Jutta Salchow, der Vorstandsvorsitzenden und Koordinatorin des 30 Mitglieder starken Vereins, ist die Öffentlichkeit zu dieser Jubiläumszusammenkunft eingeladen. Jeder, der sich mit der Arbeit des Hospizdienstes näher vertraut machen will, trifft an diesem Tag, den Vorstand und die Koordinatorin, bekommt also sicher Antworten auf seine Fragen.

Im Jahre 2002 in das Vereinsregister eingetragen

Zu Beginn des Jahres 2002 wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen, davor bestand eine Hospizgruppe. Die ehrenamtlichen Mitglieder bilden, beruflich gesehen, einen Querschnitt des gesellschaftlichen Lebens.

"Wir haben eine Krankenschwester, eine Schulsekretärin, einen Bestatter im Ruhestand, eine Kinderärztin, eine Finanzbeamtin, also die verschiedensten Berufsgruppen in unserem Verein", erzählt Jutta Salchow, die Koordinatorin des Hospizdienstes e.V.

Der Gedanke, im Sinne der Hospizidee zu handeln, war seinerzeit der Ausgangspunkt für die Vereinsarbeit, und dieses Ansinnen ist heute aktueller denn je.

Worum geht es dabei? "Menschen müssen nicht alleine sterben, und sie brauchen Hilfe in schwerer Krankheit. Und dabei richten wir unser Augenmerk nicht nur auf die Betroffenen, die wir Gäste nennen, sondern auch auf die Angehörigen, die Pflegende sind und dabei mitunter bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit gehen. Damit schaffen wir den Familien in so einer belastenden Situation einmal dringend benötigten Freiraum", erläutert Jutta Salchow weiter, die sich mit ihren Mitstreitern für das seelische Befinden der Gäste und der pflegenden Angehörigen zuständig erklärt.

Die ausgebildeten Ehrenamtler, die vor Ort in den Familien, Krankenhäusern und Seniorenheimen die Gäste übrigens kostenfrei begleiten, sind psychologisch ausgebildet. In 160 Stunden bekamen sie das Rüstzeug, mit Tod und Sterben umzugehen.

Nach den Worten von Jutta Salchow finden viele Ehrenamtler aus einer gelebten familiären Situation in den Hospizverein, weil sie einen Angehörigen begleitet haben und nun weiter helfen möchten.

Als der Verein 2006 eine größere Spende von der Krupp-Stiftung aus Essen bekam, war es möglich, die Koordinatorin-Stelle einzurichten, die Arbeitsstelle von Jutta Salchow. Die erforderliche Verwaltungsarbeit übernahm bis dahin der Vorstand mit der Vorsitzenden Elfriede Schulzke. "Als ich mich seinerzeit um die Stelle der Koordinatorin bewarb, hatte ich von Hospizarbeit so viel Ahnung wie jeder andere. Ich bekam eine Ausbildung in Palliative Care, das war notwendig für diese Stelle der Koordinatorin", erzählt die heute 61-Jährige, die dann zwei Jahre später, 2008, auch Vorsitzende des Hospizvereins wurde. Zum Vorstand des Vereins gehören Dr. Barbara Gubalke aus Wittenburg und Helmut Kohlmann aus Hagenow. Im Laufe der Jahre ist der Bedarf nach der Betreuung und Begleitung vom Schwerstkranken und Sterbenden sowie ihren Angehörigen immer größer geworden.

Arbeitsfelder haben sich im Laufe der Jahre verändert

Und auch die Arbeitsfelder haben sich erweitert. So ist die Begleitung dementer Menschen hinzugekommen. Hospiz und Schule ist heute ein weiteres Aufgabenfeld, um die junge Generation für dieses Thema zu sensibilisieren. Dazu kommt weiterhin die Beratung zu Patientenverfügungen und Vorsorgevoll-machten. Dementsprechend erfolgt die spezifische Ausbildung der Ehrenamtler des Vereins. Wenn sich jemand jetzt angesprochen fühlt, den Verein, der sich übrigens aus Spendenmitteln finanziert, zu unterstützen, kann sich mit dem Vorstand in Verbindung setzen. Weitere Mitglieder sind gern gesehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen