Lüneburg : Wohnraum: hier knapp, da reichlich

Mehr Wohnraum muss geschaffen werden.
Mehr Wohnraum muss geschaffen werden.

Die vom Institut GEWOS erarbeitete Wohnungsmarktanalyse des Landkreises wurde gestern in der Ritterakademie vorgestellt

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22. Juni 2016, 12:00 Uhr

Die Wohnraumsituation ist regional sehr unterschiedlich, auch im Landkreis Lüneburg. In der Stadt und ihrem „Speckgürtel“ ist Wohnraum knapp und auch teuer, in einigen ländlichen Regionen gerade im Ostkreis stehen Häuser und Wohnungen leer. Wie schafft man es also, dass Angebot und Nachfrage nicht zu sehr auseinander klaffen, dass genügend auch bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht.

Um diese Fragen zu beantworten, hat der Landkreis zusammen mit der Stadt und den anderen Kommunen im Landkreis eine Wohnraumkonferenz ins Leben gerufen. Gestern nun wurde die Wohnungsmarktanalyse in der Ritterakademie vorgestellt, mit zum Teil überraschenden Ergebnissen, wie Landrat Manfred Nahrstedt in seiner Begrüßungsansprache sagte. „Die Hauptrolle liegt klar bei den Kommunen. Sie sind vor allem für die Bebauungs- und Flächennutzungspläne verantwortlich, sowie für die Beschaffung von Bauland und für die Erschließungsverträge, die mit den Trägern abgeschlossen werden. Diese Verträge sind wichtig, um den Wohnungsbau ein Stück weit kontrollieren und lenken zu können. Denn auf dem freien Wohnungsmarkt zeigt sich ein zunehmendes Ungleichgewicht,“ so Nahrstedt.

Dann kam Felix Arnold vom Hamburger Beratungs- und Forschungsinstitut GEWOS zu Wort. Die GEWOS hat für jede Kommune im Landkreis die Bevölkerungsentwicklung, die Wohnungsbestände, die Baufertigstellungen und den Wanderungssaldo erfasst. Die Rahmenbedingungen seien einerseits niedrige Kreditzinsen, anderseits hätten sich die Baukosten erhöht und gebe es nur noch begrenzte Flächen, was zu einer dynamischen Entwicklung geführt habe. Es sei immer schwieriger, preiswerten Wohnraum herzustellen, so Arnold.

In Lüneburg selber sind die Mieten in den letzten zehn Jahren um 20 Prozent gestiegen, normal wären acht bis neun Prozent. Es hat in Stadt und Landkreis aber auch eine Steigerung der Einwohnerzahl von 8,5 beziehungsweise 7,5 Prozent gegeben, nicht durch Geburten, sondern durch Zuzug, wie Felix Arnold sich beeilte, zu erläutern.

Die GEWOS hat den Kreis in sechs Gebietstypen eingeteilt. Da sind die mit hohem Entwicklungspotential, wie die Stadt und besonders die nördlich davon liegenden Gemeinden und auf der anderen Seite die mit sehr niedrigem Entwicklungspotential und einem Rückgang der Haushalte, wie im Amt Neuhaus und auch der Samtgemeinde Dahlenburg.

Im ganzen Landkreis müssten im Jahr 600 Wohnungen gebaut werden, um der Nachfrage gerecht zu werden, was aber nicht passiert. „Die Kommunen müssen aus den vorgelegten Zahlen ihre Schlüsse ziehen. Wir als Landkreis können nur koordinieren“, so Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer. Wie eine Kommune wie das Amt Neuhaus es schaffen soll, Abwanderung zu verhindern, damit es keinen Leerstand gibt , ist natürlich nicht Gegenstand einer Wohnungsmarktanalyse. Die Gesamtstudie wird demnächst veröffentlicht.

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