Neuhaus : Wohlfühlfaktor für mehr Blutspenden

Bei Nutellabrötchen und Kakao fiel das Warten auf Mama und Papa bei der Bltuspende in Neuhaus nur halb so schwer.
Bei Nutellabrötchen und Kakao fiel das Warten auf Mama und Papa bei der Bltuspende in Neuhaus nur halb so schwer.

DRK-Ortsverein in Neuhaus will mit Kinderbetreuung und Naschereien mehr Eltern zur Blutspende locken / Altergruppe der 25 bis 35-Jährigen ist unterrepräsentiert

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16. März 2018, 05:00 Uhr

Der demographische Wandel macht sich nicht nur auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Im Amt Neuhaus bekommt ihn auch der DRK-Ortsverein deutlich zu spüren. So werden die Blutspender immer älter. Vor allem bei Menschen der Altersgruppe der 25 bis 35-Jährigen ist die Spendenbereitschaft extrem gesunken, wie Katharina Reibe vom DRK mitteilt.

Damit sich dies wieder ändert, hat sich der ansässige Ortsverein einige Neuerungen ausgedacht, die bereits beim gestrigen Blutspendetermin ausprobiert wurden. Da lagen ab 15.30 Uhr in der Neuhauser Oberschule nämlich nicht nur die Blutspender auf ihren Liegen, es gab zudem ein Programm für die Kinder, das von Basteln und Malen bis zum Fußballspiel auf dem Schulhof alles beinhaltete, was den kleinen Freude macht. „Mütter oder auch Väter wissen dann, dass ihre Kleinen bestens beaufsichtigt werden und können ganz in Ruhe die Blutspende absolvieren“, erklärt Reibe das Konzept, dass die Blutspende für die Zielgruppe wieder interessanter machen soll.

Sogar das Buffet, das von den DRK-Damen jedes Mal aufs Neue gezaubert wird, war für die kleinen Gäste angepasst. „Ich hatte beim letzten Termin schon einen kleinen Jungen, den ich für nichts vom Buffet begeistern konnte. In meinem Lehrerschrank fand ich dann zum Glück ein Glas Schokocreme, das hat die Stimmung bei dem Kleinen wieder gehoben“, so Reibe, die das neue Motto verkündet: „Ab jetzt Blutspende mit Kakao und Nutella!“

Damit dieses Projekt auf die Beine gestellt werden kann, bedurfte es jedoch mehr als nur Süßigkeiten und einen Fußball. Schließlich, sollen die Kinder der Blutspender wirklich eine Betreuung erfahren. Für diese sorgten Tabea, Lisa, Laura, Xenia, Santana, Caroline, Leonie, Nina, Fenja und Ronja. Sie sind „die Küken“ der DRK-Jugend und haben zuvor nicht nur das Basteln sondern auch Kinderschminken geübt, um über ein vielseitiges Repertoir zu verfügen. Unterstützt werden sie dabei von den älteren Jugendlichen, die schon ein paar Jahre zum DRK gehören. Sie alle treffen sich außerdem regelmäßig zu einer Gruppenstunde. „Bei unseren Treffen steht gar nicht die Erste Hilfe im Mittelpunkt, sondern viel mehr ganz praktisch das soziale Miteinander, besonders für die Jüngeren, die sich erst in der Welt zurechtfinden müssen. Was bedeutet Menschlichkeit und wie kann ich sie leben, sind für uns wichtige Ziele“, berichtet Katharina Reibe, die sich nicht nur über weiteren Zulauf beim Blutspenden sondern auch zur Jugendgruppe freuen würde. Gestern fanden sich zumindest schon einige Kinder mit ihren Eltern ein, um Kakao und Schokocreme zu kosten.

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