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Kein Umbau der Bibliothek : Wohin mit Boizenburger Kindern?

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Stadtvertreter lehnen Umbau der Bibliothek zugunsten eines neuen Hortes ab. Bürgermeister bekommt Rüge vom Kommunalausschuss

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Der Dauerstreit um den Hort beschäftigt offenbar nicht mehr nur die Stadt. Auch der Landkreis hat mittlerweile ein Auge darauf. Er wurde für sein Handeln vom Kommunalausschuss gerügt, bestätigte Bürgermeister Harald Jäschke am Donnerstagabend auf der Stadtvertretersitzung.

Hintergrund ist ein Beschluss, der alle Besucher der Sitzung überrascht. Denn die Stadtvertreter haben im Mai den Umbau des Bibliotheksgebäudes in einen Hort abgelehnt, heißt es im Bericht des Bürgermeisters. „Für die Bibliothek werden keine Räume in der Innenstadt angemietet, so dass der Umbau der jetzigen Bibliothek in einen Hort nicht möglich ist“, so Jäschke.

Anwesende Eltern wie Michaela Giese reagierten entsetzt auf diese Nachricht. „Wenn das jetzige Hortgebäude in einem oder anderthalb Jahren fällt, dann haben wir 100 Kinder ohne Hortplatz“, so Giese. Eine Begründung, warum sich die Stadtvertreter gegen den Umbau entschieden haben, bekommen Eltern und Anwesende jedoch nicht. Dieses Anliegen müsse zunächst mit den Stadtvertretern geklärt und auf die nächste Sitzung verschoben werden, so Bürgervorsteherin Heidrun Dräger.

Deutlich wird in der Sitzung jedoch bereits, dass sich nicht alle Stadtvertreter gegen den Umbau ausgesprochen haben. „Wir sind dafür verantwortlich, dass unsere Kinder einen Hortplatz bekommen“, sagt Christine Dyrba. „Wir wollen eine kinderfreundliche Kommune sein, also haben wir auch dafür zu sorgen“, betont sie.

Andere Stadtvertreter wie Peter Scholz stehen dem Umbau kritischer gegenüber. „Sie haben kein Verständnis dafür, welch enges finanzielles Korsett diese Stadt hat“, wirft er den Anwesenden vor.

„Das Hortgebäude wird noch so lange stehen bleiben, wie wir noch nicht mit den Baumaßnahmen begonnen haben“, verspricht Harald Jäschke. Er selbst sei auch überrascht gewesen, von dem Beschluss der Folgen hat. Denn Bürgermeister Harald Jäschke hatte bereits für knapp 3000 Euro einen Architekten beauftragt, einen Antrag auf Baugenehmigung zu stellen. Da das Bauvorhaben abgelehnt wurde und die 3000 Euro nicht im Haushalt vorgesehen waren, wurde er vom Kommunalausschuss des Landkreises gerügt. „Ich habe an dieser Stelle nicht gesetzeskonform gehandelt“, bestätigt er.


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