Von MV nach Belgien : Wölfin „Naya“ wanderte 700 Kilometer

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Mit Halsband markierte Fähe aus der Lübtheener Heide zuletzt in Belgien geortet

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16. Januar 2018, 20:45 Uhr

Wölfin Naya aus der Lübtheener Heide ist bis nach Flandern gewandert. Derzeit hält sich das Tier laut Schweriner Landwirtschafts- und Umweltministerium auf einem Truppenübungsplatz 70 Kilometer vor Brüssel auf. Damit ist Naya der erste wilde Wolf, der seit mehr als hundert Jahren in Belgien gesichtet wurde.

Naya war im Mai 2016 im Lübtheener Rudel geboren worden. Wolfsforscher Norman Stier das junge Tier in der Lübtheener Heide im Herbst 2016 mit einem Halsbandsender ausgestattet. Im Oktober 2017 hatte sich die Fähe erstmals von ihrem Rudel getrennt, um sich auf die Suche nach einem Partner und einem eigenen Revier zu begeben. Dank Peilsender an ihrem Halsband lässt sich ihr Weg sehr genau verfolgen.

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Am 10. Oktober hatte sich Naya zunächst in Richtung Lauenburg in Schleswig-Holstein bewegt, kehrte dann aber zu ihrem Rudel zurück. Am 23. Oktober überquerte sie die Elbe und wanderte durch Niedersachsen und Sachsen-Anhalt nach Süden. Ende Oktober hielt sich die Wölfin bei Wolfsburg auf, um dann nach Westen weiterzulaufen. Nach vergeblichen Versuchen, die A27 zwischen zwischen Verden und Walsrode zu überqueren, gelang ihr der Übergang über die A1 zwischen Diepholz und Osnabrück am 17. Dezember. In der Weihnachtszeit hatte Naya die Grenze von Deutschland zu den Niederlanden überquert; am 2. Januar zog sie nach Belgien weiter. Insgesamt legte sie von Lübtheen aus eine Strecke von rund 700 Kilometern zurück.

Wolfsforscher Norman Stier stattete Naya mit einem Sender aus.
Dana Bethkenhagen
Wolfsforscher Norman Stier stattete Naya mit einem Sender aus.

Naya ist einer von derzeit vier Wölfen aus Mecklenburg-Vorpommern, die über Peilsender Daten zu Aktionsradius, Habitatnutzung, Schlafplätzen und Nahrungsspektrum von freilebenden Wölfen liefern. Das 2011 gestartete, an der TU Dresden angesiedelte und aus Mitteln der Jagdabgabe Mecklenburg-Vorpommerns unterstützte „Forschungsprojekt Wolfstelemetrie“ unterstützt das Wolfsmonitoring des Landes. In MV leben derzeit drei Wolfsrudel. Der Wolf kehrte um die Jahrtausendwende aus Polen nach Deutschland zurück und siedelte sich zunächst in der Oberlausitz an, wo auch das erste Rudel entstand.

Der Aktionsradius eines wildlebenden Rudels in Mitteleuropa erstreckt sich über 200 bis 300 Quadratkilometer. Wölfe ernähren sich zu mehr als 90 Prozent von Schalenwild – vor allem von Reh – sowie von Rotwild und Damwild, auch von Hasen oder Bibern. Nur etwa ein Prozent der Wolfsnahrung machen laut Ministerium Nutztiere aus.

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