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Gerüchte bestätigt : Wölfe ziehen jetzt bis nach Picher und Alt Krenzlin

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Wolfsbeauftragter des Landes bestätigt Tiere in der Gegend

svz.de von
erstellt am 03.Dez.2015 | 06:20 Uhr

Plötzlich stehen sie vor ihm, am frühen Morgen, mitten auf dem Feld hinterm Ortsausgang von Picher. Hannes Albrecht traut seinen Augen nicht, hält sofort den Wagen an und den Moment in Bildern fest. Drei Wölfe ziehen bei Sonnenaufgang durch die Landschaft. „Das war wirklich schön“, schildert der Picheraner das Erlebnis. Im Ort wird schon länger gemunkelt, dass sich dort Wölfe umhertreiben. Auch in Alt Krenzlin sollen zwei Wochen zuvor vier Tiere gesichtet worden sein.

Norman Stier bestätigt die Gerüchte. Der Wolfsbeauftragte von MV vermutet, dass es die Jährlinge des Lübtheener Rudels sind, die ihre Exkursionen über die B5 aus Richtung Niedersachsen in die Region um Picher, Bresegard und Alt Krenzlin machen. 30 bis 40 Kilometer schaffen sie pro Nacht. Ein genetischer Abgleich über Spuren, Kot oder perfekte Fotos als sicherer Beleg für ihre Herkunft sei bislang zwar nicht möglich gewesen, so Stier. „Aber wir gehen davon aus, dass sie aus dem Lübtheener Rudel stammen.“

Schon als der Rüde noch alleine war, sei er in Alt Krenzlin unterwegs gewesen. Leider bislang ohne Fotobeweis. Norman Stier ermuntert deshalb alle, die etwas beobachten, wenn möglich Bilder zu machen und die Sichtung der Tiere zu melden. Unter www.wolf-mv.de sind die Ansprechpartner und ein Link für Verdachtsfälle zu finden.

Dass die Wölfe so nah an die besagten Orte herankommen, sei nicht ungewöhnlich. Die Route nahe der Dörfer weist eine „sehr gute Waldverbindung mit viel Deckung“ auf. Auf den Fotos in Picher sind die Tiere etwa 200 Meter vom Ortsschild entfernt. Das sei unproblematisch, so Norman Stier. „Wenn sie fünf Meter vor dem Zaun stehen würden, dann müsste das Monitoring-Management aktiv werden“ und eingreifen.

Das Gerücht, dass dort vor drei Wochen ein Schaf gerissen worden sein soll, ist auch bis zum Experten vorgedrungen. Er wurde allerdings nicht gemeldet und kann deshalb auch nicht bestätigt werden. Innerhalb von 24 Stunden müssen die Wolfsmanager von solchen Vorfällen wissen, um sie nachvollziehen und gegebenenfalls handeln zu können.

Zwei Alttiere, sechs Welpen aus diesem Jahr und mindestens zwei Jährlinge vom 2014er-Wurf aus dem Lübtheener Rudel streifen derzeit durch ihr 300 Quadratkilometer großes Gebiet. Doch gerade die Jährlinge werden ihre Exkursionen jetzt immer weiter ausdehnen, um einen Partner zu finden. Spätestens im kommenden Jahr, wenn sie geschlechtsreif sind, wandern sie ab, so Norman Stier. Dafür könnten andere Jungtiere aus ganz Deutschland zu uns kommen. „Da ist so viel Dynamik drin.“

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