Boizenburgs Jugend debattiert : Wo sachliches Streiten erwünscht ist

24 Jungen und Mädchen des Boizenburger Elbe-Gymnasiums beteiligten sich  am 6. Schulwettbewerb 'Jugend debattiert'
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24 Jungen und Mädchen des Boizenburger Elbe-Gymnasiums beteiligten sich am 6. Schulwettbewerb "Jugend debattiert"

Das Projekt „Jugend debattiert“ will Rhetorik und Sprachkultur in Schulen bringen, demokratisches Handeln einüben und Kompetenzen vermitteln. Das Boizenburger Elbe-Gymnasiums beteiligte sich am 6. Schulwettbewerb.

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17. Januar 2013, 05:52 Uhr

Boizenburg | "Es waren in beiden Altersgruppen spannende Finaldebatten. Juroren und Zuschauer zeigten sich gleichermaßen beeindruckt von den rhetorischen Fähigkeiten", schätzt Annegret Panz als Schulbeauftragte für den Wettstreit "Jugend debattiert" am örtlichen Elbe-Gymnasium ein. Sachliches Streiten sei ausdrücklich erwünscht, betont die Geschichts- und Deutschlehrerin weiter. "Die Mädchen und Jungen üben sich in der freien Rede als Königsdisziplin der Rhetorik. Sie erwerben Kompetenzen in ihrem Ausdrucksvermögen, gewinnen an Überzeugungskraft sowie Sachkenntnis und feilen an ihrer Gesprächsfähigkeit."

Eine der 24 Pennäler, die sich für den verbalen Wettstreit qualifiziert haben, ist Nele Schlie. Als jüngste Teilnehmerin. Die 13-Jährige erlebt also ihre Feuertaufe. "Ich bin das erste Mal dabei, weil ich es ganz toll finde, meine Meinung zu vertreten", gesteht die Hinterhagenerin, die die Klasse 7 d besucht. Sie habe ihr ganz persönliches Schlüsselerlebnis auf einem Seminar gehabt. "Seitdem mag ich es, mich mit Worten zu streiten."

Ähnlich ist es auch bei Raphael Funk. Der Lauenburger besucht die Klasse 11 b und ist der Erfahrenste bei diesem Schlagabtausch. "Ich bin jetzt das vierte Mal dabei und liebe es, mich auf sprachlicher Ebene mit anderen auseinanderzusetzen", verrät der 16-Jährige. Überzeugungsarbeit zu leisten, sei absolut seine Leidenschaft. "Ich lasse mich aber in einer Debatte von den besseren Argumenten auch schon mal überzeugen."

Zehn Tage vor dem Wettbewerb werden die zentralen Themen bekanntgegeben. In diesem Jahr sind es Fragen wie: Sollen Schüler am Elbe-Gymnasium ihre Pausenordnung selbst bestimmen dürfen? Sollen in der Familie gute Schulnoten ganzjährig mit Geld honoriert werden? Soll der Verkauf von Süßwaren auf dem Schulgelände verboten werden? Sollen zentrale Abschlussprüfungen in allen Fächern eingeführt werden? Sollen Fußballstadien nur noch mit Sitzplätzen ausgestattet sein?

Fragen über Fragen, zu denen den Heranwachsenden, immer vier von ihnen debattieren leidenschaftlich gegeneinander, viele Argumente einfallen. Die Jury, zusammengestellt aus Schülervertretern und Elternschaft, hat die sprichwörtliche Qual der Wahl. Die ersten beiden Sprachgewandtesten des Finales haben sich übrigens für den Regionalwettbewerb am 31. Januar im Schweriner Goethe-Gymnasium qualifiziert. Im Jahre 2010 hat es eine Boizenburger Schülerin sogar geschafft, bis in den Bundeswettbewerb zu kommen. Ihr Name ist Anetta Krizki.

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