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Eichenprozessionsspinner: Lehsener Unternehmer hilft : Wo Hubschrauber nicht hinkommen

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Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner bietet ein Lehsener Unternehmer auch Privatleuten seine praktische Hilfe an. Denn die vom Kreis angekündigten Hubschrauber kommen nicht überall hin.

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erstellt am 26.Apr.2013 | 06:20 Uhr

Lehsen | "Sie kennen sich doch mit dem Schädling aus, können Sie den Hubschrauber auch hier vorbeischicken?". Dieser Anruf einer Frau aus Quassel überzeugte den Lehsener Tim Bartels endgültig, richtig investiert zu haben. Der 33-Jährige Baumpfleger kann mit seinen Leuten und neuer Technik nämlich überall und vor allem schnell dem Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner aufnehmen. "Wir denken da an Privatleute, die sich Sorgen machen oder Anwohner einer Straße, die sich zusammentun wollen. Die vom Kreis angekündigten Hubschrauber werden nicht überall hinkommen können, und sie werden auch nicht immer verfügbar sein."

Bartels Antwort ist ein großes, düsenähnliches Aggregat, das an einem leistungsfähigen Traktor montiert ist. Mit diesem in alle Richtung schwenkbaren Riesenzerstäuber lässt sich z. B. ein neu zugelassenes Biozid gegen den Schädling von unten faktisch in jede Eiche sprühen. Bartels hat sich die Technik aus Hessen besorgt, dort gehört der Kampf gegen die gefährliche Raupe schon längt zum Alltag. "Das haben wir hier auch bald, da kommt etwas auf uns zu, von dem sich viele noch keine Vorstellung machen. Wir haben schon viele befallenen Bäume gesehen und können nur warnen, die Gefahr zu unterschätzen". Auf die kommenden Wochen kommt es an. Die Eichen müssen ausgetrieben haben, die Blätter müssen daumennagelgroß sein. Ein wenig Blattmasse brauche man schon, damit der Einsatz Sinn mache.

Es geht um Vorbeugung und Eindämmung. Wer seine Eichen, und nur um die geht es, schützen will, dem empfiehlt der Baumexperte Eile. "Bei gutem Wetter können wir 90 Prozent Hilfe versprechen. Wenn der ,Spinner’ erst einmal die gefährlichen nicht sichtbaren Haare ausgebildet hat, ist es zu spät. Und die Allergien wünsche ich keinem, ich habe das schon durch", erzählt Bartels, der sonst sein Geld mit dem Fräsen von Baumstubben oder dem Beschneiden von Bäumen in der Region verdient. Bereits im vergangenen Jahr hätte es dann immer wieder Anfragen gegeben, ob er mit seiner Mannschaft auch etwas gegen den Baumschädling unternehmen könne. Konnte er nicht, das hat sich nun geändert. Versprüht wird im übrigen das Mittel "Dippel ES", 5 Liter des Stoffes werden mit 1000 Litern Wasser verdünnt, bevor das Geschmisch möglichst von allen Seiten auf die Eiche gesprüht werden kann.

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