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Wittenburg : Wo einst der grausame Wahnsinn täglich regierte

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Monte-Cassino-Stiftung ermöglichte Wittenburger Gymnasiasten Reise zu Kriegs-Schlachtfeldern

von
erstellt am 28.Okt.2014 | 16:25 Uhr

Dieses unrühmliche Schlachtfeld dürfe als Mahnmal für die weit über 100 000 gefallenen Soldaten aus 32 Nationen sowie für den Irrsinn des Krieges niemals in Vergessenheit geraten. So lautet die Botschaft, mit der 15 Jugendliche des Gymnasialen Schulzentrums kürzlich wieder aus dem italienischen Cassino heimkehrten.

Dort, am Fuße des Klosters habe er  eine ungefähre Ahnung bekommen, von dem grausamen Wahnsinn, der junge Männer seines Alters abgeschlachtet habe, erklärt Marti Behm aus Zarrentin.  Der 17-Jährige hält über soziale Netzwerke immer noch Kontakt  zu Gleichaltrigen aus Polen, England und Italien. „Wir haben uns prima verstanden.“

Erschüttert von den Schicksalen der Soldaten sei sie immer noch, gesteht Jenny Fisch aus Wittenburg. „Die Konfrontation mit diesen riesigen Friedhöfen hat mich sehr bewegt. Durch die Begegnung mit anderen Nationalitäten konnte ich auch Vorurteile abbauen“, sagt die 17-Jährige. Ähnlich ergeht es auch Natalie Barkholdt, die in   Püttelkow zu Hause ist. „Auch mich hat die Recherche zu einzelnen Schicksalen der Gefallenen tief berührt. Das waren junge Menschen, wie wir, die einem sinnlosen Krieg geopfert wurden“, betont die 16-Jährige.

Hannes Schilling aus Lüttow haben die Zeitzeugengespräche viel gegeben. „Mich hat das Geschichtliche sehr interessiert und der Kampf um das Kloster“, sagt der 16-Jährige.

 Um die jungen Generationen Europas zusammen zu führen und die Schrecken eines Krieges aufzuzeigen, um  auch einen Beitrag zur Aufklärung über das Schreckensregime der Nazis und über die Gefahren des Rechtsextremismus zu informieren, darin sieht Pädagoge Hartwig Kolthof die wichtige Aufgabe dieser Studienreisen, die seit 2008 alljährlich durchgeführt würden. Zusammen mit Schülern aus dem polnischen Wangrowiec und seit letzten Jahr auch mit Beteiligung von zehn Engländern und 20 Italienern.

Kolthof: „Wir besuchen die Soldatenfriedhöfe, legen Kränze nieder, führen einen Tag lang Pflegemaßnahmen an den  deutschen Gräbern durch, harken Laub und reinigen  Inschriften. Ich habe schon Schüler erlebt, die bei diesen Arbeiten geweint haben. Als ihnen bewusst wurde, dass sich hinter jedem Einzelschicksal ein junges Leben verbirgt, das abrupt zu Ende ging. Dass es da einen Menschen gab, mit Träumen und  Wünschen. Genau wie sie selbst.“  Eine öffentliche Gedenkfeier auf dem Rathausplatz von Cassino hätten die Jugendlichen selbst organisiert, berichtet Kolthof weiter, der von Julia Neumann begleitet worden war. Militärattachés aus England, Deutschland und Polen seien anwesend gewesen. „Denn die Schlacht um Monte Cassino war mit vier Monaten Dauer eine der längsten und blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkrieges“, so Kolthof.

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