Raum Boizenburg : Wo der Hanf wächst und gedeiht

Revierleiter Fredo Kreft mit zwei Hanfpflanzen vom See in Zweedorf. Fotos: Dietmar Kreiss
Revierleiter Fredo Kreft mit zwei Hanfpflanzen vom See in Zweedorf. Fotos: Dietmar Kreiss

Mehrere Funde im Raum Boizenburg: Polizei stellt knapp acht Kilogramm des Pflanzenmaterials sicher und ermittelt gegen sieben Tatverdächtige

svz.de von
24. Juli 2014, 08:00 Uhr

Der Polizei ist in der Boizenburger Region ein Schlag gegen den Anbau, der Konsumierung und des Handels von Cannabis gelungen. Die Beamten konnten in mehreren Aktionen insgesamt knapp acht Kilogramm Hanf sicherstellen. Sie fanden noch mehrere Hundert Euro, bei denen sie vermuten, dass es sich um so genanntes Dealergeld handelt und eine Stichwaffe. Es laufen Ermittlungen gegen sieben Tatverdächtige aus der Elbestadt und deren Umfeld, eine Frau und sechs Männer im Alter von 27 bis 55 Jahren.

„Einige von ihnen sind uns bereits hinlänglich bekannt, sagte der Revierleiter Fredo Kreft gestern gegenüber unserer Redaktion. Seit Donnerstag vergangener Woche seien Schutzpolizisten mit Beamten der Kripo in Boizenburg erfolgreich im Einsatz gegen Cannabis. Das ist übrigens die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Deutschland.

Diesbezüglich sei, so Fredo Kreft, Boizenburg alles andere als ein unbescholtener Flecken Erde. Mit anderen Worten: Der Hanf wächst und gedeiht auch hier, wird konsumiert und gehandelt. Intensive Ermittlungen, Kommissar „Zufall“ sowie vor allem auch sehr konkrete Hinweise aus der Bevölkerung führten zu den betreffenden Orten.

Die Beamten vollstreckten in ihrem Zuständigkeitsbereich zwei Durchsuchungsbeschlüsse von der Staatsanwaltschaft Schwerin und wurden fündig. Sie entdeckten, um weitere Beispiele zu nennen, Cannabispflanzen, die am See in Zweedorf im Schilfgürtel in Blumentöpfen sowie in Kleingärten der Sparte „Ellerholz“ wuchsen und stellten einen Autofahrer (30), der nachweislich Drogen genommen hatte, keine Fahrerlaubnis besaß.

„Wer Cannabis anbaut, konsumiert oder damit handelt, macht sich strafbar“, sagte Kripo-Chefin Anke Dahlenburg. Das gelte, wie sie betonte, auch nach dem aufsehenerregenden Urteil, das das Kölner Verwaltungsgericht am Dienstag fällte. Demnach dürfen chronisch kranke Patienten diese Droge anbauen, so nichts anderes gegen ihre Schmerzen hilft. Doch das sei nur in ganz wenigen Ausnahmefälle gestattet und bedürfe unbedingt entsprechender ärztlicher Rezepte.

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