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Debatte um Outlet-Center : Wittenburg kämpft um „Village“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Stadtvertretung kritisiert Schweriner CDU-Fraktion. Versachlichung der Debatte um Outlet-Center gefordert

Die Stadtvertreter von Wittenburg haben mit  großem Unverständnis auf die Schweriner Kritik an den Plänen für ein Outlet-Center in ihrer Kommune reagiert. Ihr Unmut  richtet sich gegen einen Antrag von Schwerins CDU-Fraktion, in  dem  das Projekt Wittenburg Village abgelehnt wird. Wittenburgs Volksvertreter warfen den  Christdemokraten vor,   Analysen und Gutachten auszublenden und sich bei ihrem Veto lediglich auf Vermutungen zu stützen. „Die Stadt wird weiterhin die Realisierung dieses Vorhabens in seiner Gesamtheit verfolgen, da hiervon positive Effekte für die Entwicklung der Region zu erwarten sind“, sagt Bürgervorsteherin Sybill Moß. „Wittenburg ist Unterzen-trum, deshalb haben größere Städte ein Mitspracherecht. Aber wir wollen eine Versachlichung in der Diskussion“, betont  Moß. Man müsse eben auch mal über den Tellerrand hinausgucken, fordert sie und verweist  auf ein entsprechendes Schreiben der Stadtfraktionen von Linke, SPD, des Wittenburger Werberinges und der Körchower Wählergemeinschaft. Uneingeschränkte Unterstützung kommt auch von der CDU.

 Die CDU in Schwerin hatte im April einen Antrag in die Stadtvertretersitzung eingebracht, in dem vor negativen Auswirkungen auf den Einzelhandel in der Landeshauptstadt durch das Wittenburger Outlet-Center gewarnt wird. Das Ministerium für Landesentwicklung wurde aufgefordert, das Vorhaben in dieser Form zu verhindern. 

„Schwerin lebt doch in großen Teilen auch von seinem Umland. Wir gehören bereits zur Metropolregion Hamburg. Und wer uns besucht, macht doch sicherlich auch einen Abstecher nach Schwerin. Das wollen die Landeshauptstädter doch nicht wirklich abschneiden. Das wäre nicht sonderlich klug. Wir müssen stattdessen zusammenhalten und gemeinsam an einem Strick ziehen“,  sagt Sybill Moß. Auf Initiative von Wittenburgs Bürgermeisterin Margret Seemann (SPD)  werde derzeit mit den Kommunen der Region, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Ludwigslust-Parchim, dem Biosphärenreservat Schaalsee sowie  den Vorhabenträgern, an der Erarbeitung eines integrierten Tourismuskonzeptes gearbeitet. Damit solle den  Besuchern von Wittenburg Village attraktive Angebote für eine längere Verweildauer nicht nur in der Stadt, sondern in den nah und fern umliegenden Kommunen unterbreitet werden. Dadurch werden Moß zufolge positive Effekte sowohl im touristischen Bereich als auch in der Gastronomie und im Einzelhandel erwartet.“ 

In Wittenburg plant die Van-der Valk-Gruppe, die dort die Skihalle betreibt, ein Outlet-Center mit etwa 60 Geschäften auf etwa 12 600 Quadratmetern, ein Feriendorf mit 130 Häusern sowie den Ausbau des Alpincenter-Hotels  auf 250 Betten.  Schwerins Stadtvertreter befassen sich jetzt in den Ausschüssen mit dem Vorhaben. 

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erstellt am 09.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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