Oetker, Kühne und Nestlé : Wittenburg im Zeichen des Streiks

Mit Transparenten, auf denen ihre Forderungen standen, zogen die Gewerkschafter gestern durch die Wittenburger Innenstadt bis zum Markt.  Fotos: Hirschmann
1 von 2
Mit Transparenten, auf denen ihre Forderungen standen, zogen die Gewerkschafter gestern durch die Wittenburger Innenstadt bis zum Markt. Fotos: Hirschmann

Gewerkschaft NGG rief vier Firmen mit rund 1500 Beschäftigten zum Warnstreik auf. Kundgebung auf dem Marktplatz

von
09. Juni 2016, 21:00 Uhr

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss- Gaststätten (NGG) erhöht den Druck vor der nächsten Tarifrunde. Rund 450 Mitarbeiter der Firmen Dr. Oetker Wittenburg, Carl Kühe Hagenow, Nestle Schwerin und Emsland Food Hagenow gingen heute früh in Wittenburg auf die Straße, um ihren Forderungen nach mehr Lohngerechtigkeit zwischen Ost und West Ausdruck zu verleihen. Aufgerufen zum Warnstreik waren heute nach Gewerkschaftsangaben insgesamt 1500 Mitarbeiter in diesen Firmen.

Unter ihnen  auch Steffen O., Betriebsratsvorsitzender beim Pizza-Produzenten Dr. Oetker in Wittenburg, der Firma, wo sich der Demonstrationszug durch die Stadt formierte. „Nach 26 Jahren kann man den Kollegen hier nicht mehr erklären, warum sie 350 Euro weniger verdienen, als ihre Kollegen im Schwesternwerk in den alten Bundesländern, die dort aber genau das selbe Produkt herstellen.  In den Aufbau der neuen Werke hier sind ordentlich Fördermittel reingeflossen. Als Steuerzahlen habe ich einen Anspruch darauf, dass hier Tariflöhne gezahlt werden, damit die Kollegen, wenn sie in Rente gehen, nicht auch noch auf Stütze angewiesen sind“, macht er seinem Unmut im SVZ-Gespräch Luft.

Begleitet von einem Polizeiaufgebot machte sich der Demonstrationszug kurz vor 8 Uhr auf den Weg durch die Innenstadt zum Marktplatz.  „Wenn die Produktionsbänder still stehen, hat der Warnstreik seinen Zweck erfüllt. Ich bin zufrieden mit der Beteiligung von rund 450 Mitarbeitern hier beim Demonstrationszug. Damit wir in der vierten Tarifrunde am 17. Juni ein Angebot mit Angleichungsschritten bekommen, haben wir zu diesem Streik aufgerufen“, sagte Jörg Dahms von der Gewerkschaft NGG. Auf dem Markt sprachen zudem Gewerkschaftsvertreter zu den Streikenden.

Bereits im April gab es Warnstreiks in der Region. In drei Lohnrunden hatten die Arbeitgeber den Beschäftigten eine Lohnerhöhung  von sieben Prozent in knapp  zwei Jahren angeboten. Und mit dem gestrigen Streik verschärft sich die Tarifauseinandersetzung vor der vierten Verhandlungsrunde weiter.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen