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Feuerwehr : Wittenburg fühlt sich vom Land im Stich gelassen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Stadt wartet dringend auf Fördergelder zum Bau der Feuerwehrwache / Landesamt will erst im Herbst prüfen

von
erstellt am 12.Jul.2015 | 08:29 Uhr

Eigentlich war alles schon seit Wochen für Wittenburgs überfällige neue Feuerwehrwache besprochen, vorbereitet und eingeplant. Die Stadt hatte ihre Eigenmittel und Leistungen in Gesamthöhe von 700 000 Euro im Plan, die 400 000 Euro Fördermittel vom Kreis waren da. Und alle warteten nur noch auf die Entscheidung des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz zu den 1,1 Millionen Euro Fördermitteln des Landes. Doch das Amt, so Marion Schlender (Sprecherin des Schweriner Innenministeriums, zu dem das Landesamt gehört) werde erst im Herbst den Antrag prüfen und dann die Prioritätenliste für 2016 oder gar für ein Jahr später festlegen. Außerdem läge dem Amt erst seit drei Wochen ein vollständiger prüffähiger Antrag zu dem Projekt vor.

Diese Nachricht brachte gestern nicht nur Bürgermeisterin Margret Seemann komplett auf die Palme. Denn in Wittenburg hatten alle Beteiligten sozusagen stündlich mit einer Entscheidung und schnellem Baubeginn noch in diesem Jahr gerechnet.

Seemann: „Das werden wir schnell und gründlich klären müssen. An uns liegt es nicht. Im Gegenteil, von oben ist in den letzten Monaten ja noch ordentlich Druck gemacht worden, damit schnell entschieden werden kann. So geht das nicht, die Wache muss schnell kommen.“

Die Bürgermeisterin berichtete gegenüber SVZ von Schreiben, die von einer personellen Überlastung des Landesamtes künden. Sie habe mehrfach anmahnen müssen, dass die Anträge bearbeitet werden. Und wenn sie jetzt höre, dass erst seit wenigen Wochen der Antrag vollständig sei, dann fühle sie sich vom Land komplett veralbert.

Das geht den Kameraden der Wittenburger Feuerwehr um Wehrchef Stefan Schwarz schon lange so. Denn eigentlich verstößt ihre Wache aus DDR-Zeiten gegen etliche Vorschriften. Dabei muss die Truppe laufend ausrücken, auch auf die nahe Autobahn. In diesem Jahr gab es schon mehr als 80 Einsätze. Doch allzu hektisch darf es beim Ausrücken nicht zugehen, denn die Fahrzeuge stehen viel zu dicht nebeneinander. Für die Wehrleute grenzt es an ein Wunder, dass ihre „Bude“ noch nicht gesperrt wurde.

Entstehen soll die neue Wache an der Umgehungsstraße Wittenburgs nahe der Kreuzung Dreilützow. Der Kampf um die Wache läuft schon über viele Jahre. Verglichen mit zahlreichen anderen Wehren, die schon längst neue Wachen bekommen haben, leben die Wittenburger fast auf DDR-Niveau. Das betrifft jedoch nicht den Fuhrpark und die persönliche Ausrüstung. Die sind auf dem Stand, da hat die Stadt Wittenburg sich immer gekümmert. Nur bei der Wache, die aus den 1980-er Jahren stammt, scheitert es. Schließlich geht es insgesamt um ein Projekt in der Größenordnung von 2,2 Millionen Euro. Inzwischen wirkt sich die ständige Vertrösterei auch so langsam auf die Moral der gerade im Einsatzbereich recht jungen Wittenburger Wehr aus, wie Wehrleiter Schwarz bestätigt. Es werde wirklich Zeit, dass die Wache komme.

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