zur Navigation springen

Hagenow : „Wir sind schon ein Haufen Verrückter“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Was die Modellsportbauer antreibt? Etwas mit den eigenen Händen schaffen, das auch funktioniert / Beim Ansegeln in Hagenow verraten sie mehr

„Man muss nicht unbedingt verrückt sein. Aber es erleichtert vieles“, sagt Werner Möller über sein Hobby und holt sogleich per Knopfdruck die Segel seines Mini-Zeesbootes ein. Kollegen aus Schwerin staunen, was der Hagenower in seiner Mini-Werft ausgeklügelt hat. Ob mit Diesel, Dampf oder Wind – „ein Modell nachzubauen, was auch funktioniert, das ist der Reiz“. Schon zu DDR-Zeiten, da ist er 15 Jahre in der Nationalmannschaft des Modellsportclubs. Heute gehört Werner Möller zum Freundeskreis der Minizeesner Hagenow, dessen Anhänger aus dem ganzen Norden Deutschlands am Sonnabend im Naturbad in der Hagenower Bekow in die Saison gestartet sind.


Verliebt in ein Segelboot


Jeder baut seine Modelle auf und lässt sie zu Wasser. Die Aida aus Boizenburg, das Motorboot aus Hamburg, das Zeesboot aus Hagenow. So auch Uwe Zapf und sein Sohn Christian, die mittlerweile nahe Mannheim leben. Werner Möller erinnert sich noch genau, wie der damals noch junge Uwe in seine Werkstatt kam. „Eigentlich wollte ich fliegen, aber das gab es damals nicht in Hagenow“, sagt Uwe Zapf. Seitdem ist er Modellbauer. Etwas mit den eigenen Händen schaffen, was auch funktioniert, das sei es. Seinen jüngsten Sohn hat er mit dieser Passion angesteckt. Und so steuern beide am Sonnabend ihre Zeesboote per Segel über das Hagenower Wasser. Beim An- und Absegeln versuchen sie immer dabei zu sein.


Modelle aus der Hagenower Mini-Werft


Durch Zufall stößt Martin Kaminski aus Hamburg auf die Zeesboote. Im Urlaub auf dem Darß habe er sich in die Zeesner verliebt, mit denen die Fischer noch bis 1970 auf der Ostsee segelten. In Hamburg seien die Boote anders, so Kaminski. Doch die Suche des Modellbauers nach Plänen für die alten Segelschiffe scheitern. „Es gibt keine Pläne dafür“, sagt er. In einer Bücherei in Prerow findet der Hanseat schließlich ein Buch mit detaillierten Beschreibungen, wonach er sich eine Zeese baut. Und die präsentiert er jetzt in Hagenow. Was ihn daran reizt? „Die Naturgewalt, mit der man spielt.“ Es gibt keinen Motor, der das Modellschiff antreibt.

„Wir sind schon ein Haufen Verrückter“, sagt der Hagenower Freundeskreis-Chef Werner Möller. Und jeder habe sein eigenes Spielfeld. „Ich bin der Techniker und baue Rümpfe in meiner Werft“, so der einstige Ingenieur. Er brauche die Herausforderung und immer eine neue Aufgabe. Denn: Wenn ein Boot erstmal fährt, sei die Luft raus.


zur Startseite

von
erstellt am 17.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen