zur Navigation springen

Zarrentin : „Wir mussten ihn schnell stoppen“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zarrentin: Polizei weist Vorwürfe über den angeblich überzogenen Einsatz gegen den flüchtigen Autodieb deutlich zurück

von
erstellt am 15.Aug.2014 | 21:15 Uhr

Die Polizei in Schleswig-Holstein hat gestern energisch Vorwürfen widersprochen, sie habe beim Einsatz gegen den flüchtigen Autodieb am Donnerstag Abend in der Zarrentiner Innenstadt übertrieben hart gehandelt.

„Die Kollegen von der Autobahnpolizei mussten so entschlossen handeln, weil die Lage hoch gefährlich war und wir eine Gefährdung Dritter sehr schnell beenden wollten,“ erklärte Polizeihauptkommissarin Sonja Kurz gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Der 19-jährige Verdächtige sollte ursprünglich auf der A 24 in Höhe Gudow kontrolliert werden. Der Mann sei aber rücksichtslos durchgebrochen, habe auf keinerlei Signale reagiert und sei mit hoher Geschwindigkeit davon gerast. „Mit geradezu halsbrecherischer Geschwindigkeit ist er durch Zarrentin mit seinen engen Straßen gerast. Da konnten wir nicht zusehen, bis jemand überfahren wird. Und genauso sind die Kollegen auch rangegangen, nachdem klar war, dass sich der Flüchtige an keinerlei Regeln hält“, erklärte die Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg weiter. Zu dieser Direktion gehören auch die Beamten der Autobahnpolizei.

Der Kleinbus, mit dem der Täter unterwegs war, das steht inzwischen fest, war zuvor in Mölln gestohlen worden. Nach den Erfahrungen auf der A 24, die auch als Route für Autodiebe in Richtung Osten dient, hätten die Beamten auch bei der vorläufigen Festnahme entschlossen und schnell vorgehen müssen. „Die Kollegen machen das nicht zum ersten Mal. Für Außenstehende wirkt eine solche Szene natürlich immer etwas verstörend, doch beim Zugriff konnten unsere Kollegen keine Zeit verlieren. Zumal auch keiner wusste, ob der Täter nicht eventuell bewaffnet war“, so Kurz weiter. Nach der filmreifen Verfolgungsjagd sei nicht zu erwarten gewesen, dass der Mann das Auto freiwillig verlassen werde. Trotz aller Entschlossenheit könne von einem überzogenen oder gar brutalen Einsatz der Polizei keine Rede sein, sagte die Sprecherin weiter, die sich zuvor mit dem Chef der Möllner Autobahnpolizei Detlev Holst beraten hatte.

Zum Zugriff gehöre auch die Fixierung. Und da mit körperlichen Widerstand gerechnet wurde, sei auch diese Fixierung mit Nachdruck umgesetzt worden. Den Vorwurf des Augenzeugen und Journalisten Michael v. Klodt aus Karft, ein Polizist habe dem Mann auf dem Rücken gestanden, wies die Sprecherin als schlicht falsch zurück.

Der Verdächtige sei im Übrigen sofort auf Vitalfunktionen überprüft worden. Schwerer verletzt war er offenbar nicht. Nach dem Bericht der Ärzte versuchte er, einen Herzanfall zu simulieren. Zur Sicherheit und zur Überprüfung sei der Mann bis gestern ins Hagenower Krankenhaus gebracht worden.

Inzwischen hat die übergeordnete Schweriner Kriminalpolizeiinspektion die Ermittlungen in diesem Aufsehen erregenden Fall an sich gezogen. Ermittelt wird derzeit u. a. wegen des Verdachts auf Autodiebstahl und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen