Nach Reifenschlitzen : „Wir machen weiter wie bisher“

Gedrückte Stimmung bei den Wittendörper Gemeindevertretern während ihrer improvisierten Beratung.
Gedrückte Stimmung bei den Wittendörper Gemeindevertretern während ihrer improvisierten Beratung.

Wittendörper Gemeindevertreter lassen sich nicht einschüchtern und wollen weiter in ihren Ortsteilen tagen

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09. November 2015, 21:00 Uhr

Es war schon eine etwas bedrückenden Zusammenkunft, die fast alle Wittenburger Gemeindevertreter da einberufen hatten. Einziges Thema: Die Reifenstecher-Attacke vor wenigen Tagen in Luckwitz. Während der Sitzung der Gemeindevertreter. An sieben Autos. Und keiner hat etwas gemerkt nach der Sitzung. Auch später zunächst nicht. Da glaubte jeder der Betroffenen, er wäre irgendwo reingefahren. Erst einen Tag später, als sich einige zufällig zusammentelefoniert hatten, war klar, dass es eine heimtückische Attacke auf viele war. Und es wohl nur einem Zufall zu verdanken, dass nicht mehr passiert ist.

Was tun wir? Diese Frage stand über der Zusammenkunft der Gemeindevertreter. Natürlich wurde hin und her überlegt, wer ein Motiv für die Tat gehabt haben könnte. Ob es an den Themen des Abends lag. Klare Antwort: Nein, lag es nicht. Ob es in letzter Zeit in der Gemeinde ganz besondere Probleme gab. Antwort: Nein, gab es nicht. Natürlich, und das ist seit dem Zusammenschluss der vielen Gemeinden zur Großgemeinde Wittendörp so, gibt es immer Sorgen um das viel zu knappe Geld. Immer wieder fühlen sich Ortsteile zurückgesetzt, vernachlässigt. Und immer wieder weiß der Bürgermeister, egal wer gewählt wurde, nicht, was er zuerst machen soll. Es ist immer die Wahl, in welche Lücke er springt. Doch das alles ist nicht neu, das gab es auch schon früher.

Doch an diesem Abend kam heraus, dass die Reifenstecher-Tat auch nicht die erste heimtückische Attacke auf einen Wittendörper Gemeindevertreter war. Jürgen Nadzeika berichtete von seinem zerkratzten Auto und von einer Gemeindevertreterin, der man schon mal die Radmuttern lose geschraubt hatte. Georg Etmanski erzählte, dass ihm in den vergangenen Jahren gleich mehrfach Reifen zerstochen wurden.

Doch so eine Tat, wie sie sich in Luckwitz ereignete, hat es bisher noch nicht gegeben. Alle waren sich einig, es war geplant. Der Täter habe mit Bedacht Autos gewählt, die er mit Sicht auf den Veranstaltungsort verdeckt angreifen konnte. Beleg dafür, die beiden jeweils außen stehenden Autos wurden verschont. Dort hätte der Täter eventuell keine optische Deckung gehabt. Das erklärt auch, warum auch das Auto eines Gastes betroffen war.

„Eigentlich tut mir derjenige, vielleicht waren es ja auch mehrere, leid, dass man so etwas glaubt tun zu müssen, um anderen zu schaden. Und es bringt nichts, nach einem Verdächtigen zu suchen. Wir haben schlicht keinen Anhaltspunkt, es kann sonstwer gewesen sein“, erklärte Jürgen Nadzeika auch aus seiner Erfahrung als früherer Polizist heraus. Wie geht es weiter? Diese Fragen wurde nach langer Diskussion klar beantwortet. Man lasse sich nicht einschüchtern. Es käme nicht infrage, die Gemeindevertretersitzungen jetzt aus Sicherheitsgründen etwa in Wittenburg abzuhalten. „Wir gehen weiter in die Ortsteile zu unseren Sitzungen, so wie geplant“, war sich auch Bernd Frahm sicher.

Ein Zeichen, auch für die Besucher, soll es bei der nächsten Sitzung geben. Dort soll die Feuerwehr für Ausleuchtung und Sicherheit sorgen. Der nächste Ort für eine Sitzung der Gemeindevertretung steht noch nicht fest.

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