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Hagenower Kreisblatt

21. November 2017 | 00:10 Uhr

„Wir dürfen nicht schlafen“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Vellahns Bürgermeister kämpft für Entwicklungschancen seiner Großgemeinde mit vielen kleinen Ortsteilen

von
erstellt am 13.Jan.2015 | 09:15 Uhr

„Wir sind wie eine Stadt, wir haben Banken, wir haben Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, Schule und Kindergarten. Nur leider sieht das nicht jeder so, und viele Bürger halten das leider auch für selbstverständlich. Doch das ist es ganz und gar nicht. Wir dürfen nicht schlafen, wenn wir nicht zurückfallen wollen“. Der drahtige Mann, der das sagt heißt Ulrich Stein und ist seit ein paar Monaten Vellahns neuer Bürgermeister. Also solcher nahm er vor wenigen Tagen an einem besonderen Neujahresempfang teil, den seiner Bürgerinitiative. Die wollte bei der Gelegenheit von ihrem Bürgermeister wissen, was denn schon erreicht worden sei. „Schließlich sind wir von vielen hier gewählt worden und konnten den Bürgermeister stellen. Da ist die Frage berechtigt, wie man denn vorankommt“, erklärt Jörg Lichtenauer von der Bürgerbewegung.

Ulrich Stein hat sich zunächst bemüht, die anstehende Arbeit in der Gemeinde auf viele zu Vorteile. „Vor allem haben wird uns darum gekümmert, dass die Ortsteilvertretungen neu und stabil aufgestellt werden. Zum ersten Mal hat nun auch Vellahn selbst eine Ortsteilvertretung, mit dem Ortsvorsteher Jochen Schraper. Das gab es bisher nicht.“ Aufgeteilt sind z. B. aber auch die Repräsentationspflichten des Bürgermeisters, hier sind per Beschluss auch seine Stellvertreter Christian Nagel und Mathias Thees eingebunden.

Man könne nur zusammen stark sein, ist Ulrich Stein wichtig, der seine neue Aufgabe ernst nimmt. Er sei auf die Mitarbeit in der Gemeindevertretung genauso angewiesen wie auf die Ortsteilvertretungen. „Wir sind eine Großgemeinde auf einer riesigen Fläche, wir müssen zusammenarbeiten.“

Es gibt die großen Probleme, die angepackt werden sollen. Die Zukunft der Kindergärten im Vellahner Bereich gehört dazu. Schon jetzt ist klar, dass man mit den drei bisherigen Standorten in Camin, Vellahn und Rodenwalde nicht glücklich wird. Die Gebäude sind zu alt, zu sanierungsbedürftig und entsprechen nicht mehr den Anforderungen. So ist unbestritten, dass ein Neubau an zentraler Stelle, also in Vellahn, her muss. Die geschätzten Kosten für das Projekt liegen bei vier Millionen Euro, Vorgespräche sind bereits gelaufen. Ohne Förderung, die in etwa bei 70 Prozent der Summe liegen müsste, wird das kaum gehen. Doch der Kindergarten mit geplanten 132 Plätzen muss dringend kommen.

Genauso dringend wie neues Bauland. Ein B-Plan Gebiet „Am Berge“ für zunächst 20 Grundstücke ist in Planung. Allerdings muss die Gemeinde mit den zuständigen Behörden ganz schön darum ringen, weil eigentlich ja nur noch Lückenbebauungen sein sollen. Doch Lücken gibt es kaum noch, Bauwünsche schon, und Vellahn ist eben kein normales Dorf sondern ein ländlicher Zentralort. Auch wenn es bei den Planern diese Kategorie nicht mehr gibt.

Genauso wichtig ist das Pojekt „Betreutes Wohnen“ mitten im Ort. Einen Investor gäbe es, Bedarf auch, denn viele ältere Leute würden gern in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, wenn es denn irgendwie ginge. Bürgermeister Stein will hier dicke Bretter bohren. „Es geht darum, Vellahn zu entwickeln, dazu gehören Perspektiven für junge Familien aber auch Ältere. Wir brauchen diese Projekte dringend.“ Noch in diesem Jahr will die Gemeinde den Grundstein legen, die ersten Bürger wollten sich schon anmelden.

Enorm wichtig für Gegenwart und Zukunft Vellahns ist die Schule im Ort. Da sei in der Vergangenheit schon viel erreicht worden, lobte Stein. Nun hoffe man bei der Sanierung der Turnhalle auf den zweiten Abschnitt, den Sanitärtrakt.

Fazit von Ulrich Stein vor seinen Leuten: Der Anfang ist gemacht und vieles vorbereitet.

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