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Radweg zwischen Jessenitz und Lübtheen Ende August fertig : "Wir dürfen nicht nachlassen"

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Nicht nachlassen in ihrem Kampf für den Radweg an der L06 will die Bürgerinitiative. Sie plant eine Protest-Tour von Lübtheen nach Dömitz. Der Lückenschluss bis Heidhof muss her. Bis jetzt endet der Radweg im Nirgendwo.

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erstellt am 02.Aug.2013 | 07:13 Uhr

Jessenitz | Heiko Bäuch scheint überrascht. Nach langer Pause hat er die Sympathisanten der "IG Pro Radweg L 06" an einem lauen Sommerabend ins Gemeindehaus geladen. Die Stuhlreihen sind gut gefüllt. "Schön", sagt Bäuch. "Ich freu mich wirklich, dass Ihr alle noch so motiviert seid."

Während keine zweihundert Meter Luftlinie entfernt gerade Radlader und Walzen die Radwegtrasse zwischen Jessenitz und Lübtheen schieben, schmieden die Anwohner aus Volzrade, Jessenitz, Vielank und Benz bereits neue Pläne. Der Lückenschluss muss her. "Es kann nicht sein, dass der neue Radweg von Lübtheen kurz vor Jessenitz im Nirgendwo auf holpriger Straße endet. Und man erst wieder in Heidhof gefahrlos Fahrrad fahren kann."

Heiko Bäuch ist kampferprobt. Vor sieben Jahren stand er früh um 5 Uhr im Dunkeln auf dem Vielanker Sportplatz, forderte auf Plakaten die Sanierung der desolaten Landesstraße. "Wir waren anfangs nur eine Handvoll, die es wagten", erinnert er sich. Dann sei der Protest lautstark geworden. Und heute? Ist die L06 komplett saniert. "Man kann nicht ewig warten", sagt Bäuch. "Man muss aktiv werden." Deshalb hat er die IG Pro Radweg gegründet. Er ist sich sicher: "Wenn wir am Ball bleiben, gute Partner finden und das Gespräch mit den Politikern suchen, wird auch dieser Kampf Erfolg haben." Nicht heute und nicht morgen, aber vielleicht in vier Jahren.

Am Montag, wenn die L 06 feierlich in Vielank eingeweiht wird, wird auch die Interessengemeinschaft für den Radweg vor Ort sein. "Seid gut vorbereitet", gibt er den Mitstreitern im Gemeindehaus am Donnerstagabend auf den Weg. "Die Politiker und Amtsvertreter müssen sich unsere Fragen gefallen lassen." Lothar Korthals muss sich nicht vorbereiten. Er kann ad hoc viele Argumente aufzählen, die den Bau des Radweges unumgänglich machen. "Das A und O ist der Lückenschluss", sagt der 63-Jährige. "Wenn der Radweg von Jessenitz bis Heidhof gebaut wird, ist der Anschluss zum Elbradwanderweg da und man kann von Schwerin bis Dresden mit dem Rad fahren." Ganz abgesehen von der Lebensgefahr, in die sich jeder begibt, der sich auf der L06 aufs Rad setzt. Korthals meidet die stark befahrene Straße wegen der großen Laster. "Andere Ältere können das nicht", sagt er. "Die haben kein Auto und sind aufs Rad angewiesen."

Die IG bleibt dran. Minister Backhaus soll bei einem Ortstermin in Alt Jabel mit dem Radweg konfrontiert werden. Auf der Jubiläumsfeier in Lübtheen wird sich ein Gespann der Bürgerbewegung in den Festumzug einreihen. Und für den 28. September planen sie eine Protest-Radtour von Lübtheen bis Dömitz und zurück nach Vielank. "Wir dürfen nicht nachlassen und keine Gelegenheit auslassen zu protestieren", sagt Vielanks Bürgermeisterin Christel Drewes. "Alle wollen den Radweg haben, aber wer sich nicht rührt, wird ihn auch nicht kriegen."

Das nächste Mal trifft sich die IG am 15. August um 19 Uhr im Vielanker Gemeinderaum. "Hoffentlich", sagt Heiko Bäuch, "wird es dann wieder so schön voll."

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