Landkreis Lüneburg : Windräder auch in den Wäldern?

Jens Wischmann (v.l.n.r.), Bernd Busemann, Eckard Pols und Monika Scherf.
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Jens Wischmann (v.l.n.r.), Bernd Busemann, Eckard Pols und Monika Scherf.

Im Expertengespräch mit Landtagspräsident Busemann wurde auch über die Ausweitung von Standorten für Windenergie gesprochen

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06. März 2014, 21:00 Uhr

Bernd Busemann (CDU), Landtagspräsident des niedersächsischen Landtags in Hannover kam auf Einladung von Eckard Pols, dem Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Lüneburg in die Hansestadt, um hier ein Expertengespräch zur Landwirtschaft in Nord-Ost-Niedersachsen zu führen. Einige wenige Landwirte waren gekommen, einige Mitglieder des Kreisverbandes und die CDU Landratskandidatin Monika Scherf.

In der Hauptsache trug Jens Wischmann, Landwirt aus Dehnsen bei Amelinghausen und einer von zwei stellvertretenden Vorstandsmitgliedern des Bauernverbands Nord-Ost Niedersachsen die Probleme der Landwirtschaft vor. Es ging gleich in die Vollen mit den Standorten für Windenergieanlagen. Der Landkreis hat zukünftige Standorte in einem Raumordnungsverfahren festgelegt. Wischmann monierte, dass ein zu großer Abstand zu Waldflächen vorgeschrieben werde und dass generell nicht darüber nachgedacht werde, Windkrafträder auch im Wald zu bauen, dort wo es unschädlich für die Natur und für den Erholungswert sei. Monika Scherf stimmte zu. Das sei durchaus überlegenswert. Es gäbe sicher Standorte, die in Frage kämen. Man müsse natürlich genau schauen. „Der Wald ist immer noch eine heilige Kuh. Aber bei uns gibt es sehr viele zusammenhängende und große Waldflächen. Mein Vorschlag wäre, dass die Landesregierung diesen Passus aus dem Landesraumordnungsprogramm herausnimmt und die jeweiligen Landkreise entscheiden lässt, ob sie solche Standorte ausweisen wollen“, so Wischmann.

„Das Erneuerbare Energieen Gesetz (EEG) wird grundsätzlich nicht mehr in Frage gestellt. Und wenn wir zu wenige Standorte für Windenergie haben, dann gibt es die Möglichkeit, alte, kleine Windräder durch größere zu ersetzen. An die Idee, Standorte im Wald auszuweisen, müsste man sich langsam ran tasten, um dann vorsichtig das Landesraumordnungsprogramm zu ändern“, meinte dazu Bernd Busemann. Von der Windenergie ging es dann über zu der Problematik für Landwirte im Osten Niedersachsen, Gülle aus dem Westen des Landes, wo die im Übermaß anfalle, hierher zu bekommen. Landwirte müssten dafür Lager bauen. Hier sah Monika Scherf keine Probleme. „Der Landkreis ist bereit, solche Bauten zu genehmigen.“ Natürlich müssten die Mengen relevant zu der vorhandenen Fläche sein. „Gülle ist ein wertvoller Wertstoff, der nur verantwortlich gelagert und ausgebracht werden muss“, so Busemann.

Jens Wischmann brachte noch das schlechte Immage der Landwirtschaft zur Sprache und dass neue Verordnungen, wie zum Beispiel der Filtererlass für Stallneubauten eher dazu führen würden, kleinere Betriebe ganz vom Markt zu drängen. So würde der Strukturwandel noch beschleunigt. Busemann warb dafür, einen Konsens zu finden zwischen Verbrauchern und der Landwirtschaft.

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