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Reizthema : Windpark Groß Krams: Entscheidung wieder vertagt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Planungsausschuss will in Sachen Energie alles am 17. Dezember in Schwerin entscheiden

von
erstellt am 18.Sep.2014 | 16:50 Uhr

Wismar/Groß Krams Auch der am Mittwoch Abend neu konstituierte Regionale Planungsverband hat in Sachen Windpark Groß Krams nichts entschieden. Das Thema wurde schlicht auf den Dezember verschoben. Landrat Rolf Christiansen, alter und neuer Chef des Verbandes, teilte nach quälend langen Wahlen den zahlreichen Gästen den Vorschlag des Vorstandes mit. Der habe nach langer Abwägung empfohlen, das bisherige Verfahren nicht weiter zu führen. Das spiegele auch den Zwischenstand der gegenwärtigen Abwägungen wider. Zu dem Verfahren hatte es im Laufe der Zeit eine Fülle an Einwendungen gegeben. Allein von Privatleuten seien zu dem Park 680 Äußerungen eingegangen. Zu dem ganzen Verfahren gäbe es inzwischen 1600 Datensätze.

Rolf Christiansen erwähnte kurz die Veröffentlichung von dieser Woche in der SVZ. Zu den dort geäußerten Vorgängen wolle er jedoch ausdrücklich nicht Stellung nehmen. In dem Beitrag war es auch um die mögliche Einflussnahme des früheren Landesverkehrsministers Volker Schlotmann gegangen, der nun für den Investor arbeitet, der auch den Windpark in Groß Krams errichten will.

Das Schicksal des Projektes, das Befürworter aber auch Gegner schon seit vielen Jahren in Atem hält, wird nach derzeitigem Stand der Dinge am 17. Dezember in Schwerin entschieden. Dann will der Verband das ganze Energiepaket entscheiden. Somit werden auch für das Groß Kramser Projekt die dann neuen Kriterien für Windparks gelten. Es gäbe dann, so Christiansen, ein einheitliches Verfahren für das gesamte Thema.

Bei den zahlreich im Wismarer Bürgerschaftssaal vertretenen Gegnern des Windprojektes löste die Mitteilung nur enttäuschtes Stöhnen aus. „Wir hätten uns gewünscht, das man jetzt mal einen Schlussstrich zieht. Das ist nicht passiert. Statt dessen geht es jetzt wieder von vorne los mit den Anhörungen“, war Redefins Bürgermeisterin Roswitha Böbel enttäuscht. Sie und ihre Mitstreiter hatten noch vor der Sitzung den Kontakt mit allen Verbandsmitgliedern gesucht, um ihre Meinung über die Rolle des Ex-Ministers Schlotmann ausführlich darzustellen. Später wurde über Groß Krams dann gar nicht diskutiert. Diskussionen gab es vielmehr um ein vom Verband in Auftrag gegebenes Gutachten. In dem sollten geklärt werden, inwieweit man den Willen der Gemeinden rechtssicher in Planungen verankern kann. Nüchternes Urteil der Experten aus Potsdam: Am Ende der Reise ist der Wille des Landes als Gesetzgeber und auch noch der Fachaufsicht der Planungsverbände entscheidend. Der Wille der Gemeinden kann zwar berücksichtigt werden, zwingend ist das Ganze nicht. Christiansen fasste es so zusammen: „Ober sticht Unter, das ist in der Raumplanung sehr eindeutig festgelegt.“

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