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Bürgerinitiativen fordern Transparenz : Windkraftgegner bündeln ihre Kräfte

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Die Bürgerinitiativen, die sich in der Region gegen den Bau von Windparkanlagen in der Nähe von Wohnbebauungen aussprechen, haben jetzt ein Netzwerk gegründet. Damit wollen sie ihre Arbeit besser koordinieren.

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erstellt am 21.Feb.2012 | 11:15 Uhr

Redefin | Die Bürgerinitiativen, die sich in der Region gegen die Planungen und den Bau von Windparkanlagen in der Nähe von Wohnbebauungen aussprechen, haben ein Netzwerk gegründet. Damit wollen sie ihre Arbeit besser koordinieren, sie wollen ernst genommen werden, und mitreden, wenn wichtige Entscheidungen vorbereitet werden.

Es war so etwas wie der Stuttgart-21-Effekt, der an diesem Abend beim Treffen der Windkraftgegner im Redefiner Gemeindehaus mitschwang. Auf Einladung der Redefiner Bürger initiative "Gegenwind" trafen sich Gleichgesinnte aus Groß Krams - dort hat sich vor kurzem eine Bürgerinitiative gegen den geplanten Windpark gegründet - aus Parchim, Milow-Steesow, es waren Mitglieder der Gemeinde Siggelkow dabei, Vertreter des Vereins "Bürger für Bresegard" und die Redefiner Bürgermeisterin Roswitha Böbel, um ein gemeinsames und koordiniertes Handeln zu vereinbaren.

Zunächst hatte jede Initiative die Möglichkeit sich vorzustellen. Bei allen Unterschieden, die sich aus den jeweiligen Planungsständen ergeben, gab es eine große Gemeinsamkeit. In jeder Wortmeldung wurde deutlich, dass sich die einzelnen Bürgerinitiativen von der Politik schlecht vertreten fühlen, mehr noch, sie sehen sich getäuscht, verschaukelt und nicht ernst genommen.

Beispiel Parchim: Hier steht am Ende des Monats der vorgesehene Windpark Parchim-Ost auf der Tagesordnung der Stadtvertretung. Dietlind Gohle von der Parchimer Bürgerinitiative sagte zur vorgesehenen Anlage: "Die Stadtvertretung soll jetzt den Bauplan beschließen. Die Verfahren bis dahin wurden unseres Erachtens recht verdeckt gehalten, dass die Öffentlichkeit das gar nicht so richtig mitbekommen hat. Wir haben den Eindruck, dass intern schon alles entscheiden ist. Wir suchen auf jeden Fall nach Möglichkeiten, die Anlage zu verhindern, wir machen ihnen das nicht leicht." Nach ihren Worten sollen auf knapp 200 Hektar in Parchim-Ost 25 Windräder mit einer Höhe von 185 Metern errichtet werden.

Beispiel Groß Krams: Katjenka Krause-Schrader ist die Vertreterin der Bürgerinitiative für Natur und Umwelt aus Groß Krams. "Wir haben uns im Januar gegründet und wollen das schützen, was wir an Natur hier vorfinden, wir sind gegen die Großflächenwirtschaft. Und wir verstehen uns insbesondere als Gegengewicht zur vorherrschenden Meinung in der Gemeinde Groß Krams für den Windpark, denn nicht alle Bürger sind dafür. Wir sprechen uns gegen den Windpark aus." Für Claudia Braesemann von der Redefiner Initiative, die den Abend initiiert hatte, war die Zusammenkunft Ausdruck dafür, dass die Bürger selbstbewusster werden und sich von der Politik nicht alles gefallen lassen wollen.

"Als Ergebnis dieser Zusammenkunft werden wir jetzt mit den Initiativen ein Netzwerk gründen, um Informationen besser austauschen zu können. Wir fordern das Mitspracherecht der Bürger, wenn sie betroffen sind, wenn es um Anlagen vor ihrer Haustür geht. Und wir erwarten insbesondere, dass uns der zuständige Minister ernst nimmt und zu einem Gespräch über unsere Anliegen einlädt", sagte sie. Marianne Röckseisen vom eingetragenen Verein "Bürger für Bresegard" hatte die Anwesenden dazu animiert, auf gefalteten Kranichen den Betroffenen der Atomkatastrophe in Fukushima einen persönlichen Gruß zu übermitteln. Damit unterstützte sie eine BUND-Aktion.

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