Wilde Flucht nahe Pritzier von Polizei rigoros beendet

Polizeisprecher Klaus Wiechmann
Polizeisprecher Klaus Wiechmann

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24. September 2012, 06:31 Uhr

Pritzier Bahnhof | Erst fuhr er sturzbetrunken mit seiner Honda ohne Helm auf der Landesstraße in Richtung Quassel, dann flüchtete er mit dem natürlich nicht zugelassenen Krad über die Wiese an den Bahndamm, und schließlich legte er sich auch noch mit den Beamten an, die ihn wenig später vor seinem Grundstück zur Rede stellten. Der 43-Jährige aus Pritzier droht, seine Hunde loszulassen, schleppt eine Holzkeule herbei und als die Polizisten ihn schließlich gemeinschaftlich überwältigen, schlägt er auch noch wild um sich.

Das Ganze ist am vergangenen Sonntag in der Zeit von 14 bis 14.30 Uhr passiert. Am Ende stehen drei Streifenwagen in dem kleinen Ort an der Bahnlinie, um einen Ertappten, der immer mehr ausflippt, zur Räson zu bringen. Der natürlich fällige Atemtest ergibt an diesem Sonntag einen Atemalkoholwert von 1,43 Promille. "Neben mehreren Verkehrsstraftaten wird gegen den 43-jährigen Beschuldigten nun auch wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt", heißt es offiziell dazu von Klaus Wiechmann, dem Sprecher der Polizeiinspektion in Ludwigslust.

Ihren Anfang nimmt die Geschichte während einer ganz normalen Streifenfahrt, als aus Pritzier Bahnhof der betrunkene Motorradfahrer kommt, der quasi vor den Augen der Polizei ohne Helm mit seinem roten Motorrad in Richtung Quassel tuckert. Die Polizisten erkennen den Mann relativ schnell, er ist den Beamten leider zu gut bekannt. Der Mann sieht die Polizei aber auch, gibt sofort Gas und dreht sich immer wieder um. Bei einer Feldeinfahrt biegt er dann ab und jagt querfeldein über die Wiese in Richtung Bahndamm. Die Beamten sind ihm inzwischen so nahe gekommen, dass sie ihn zweifelsfrei identifiziert können. Sie verzichten auf die ihm Streifenwagen aussichtslose Verfolgung und fahren zum Wohnort des Verkehrsrowdys. Unterwegs erfahren sie, dass auch das am Motorrad befestigte Kennzeichen alles andere als gültig ist. Die Tafel gehört zu einem Quad, das bereits 2007 stillgelegt worden ist, das Kennzeichen sollte angeblich verloren gegangen sein. Nach der Fahrerlaubnis wird man den 43-Jährigen gar nicht fragen müssen, die hat man ihm schon vor einem Jahr gerichtlich entzogen.

Vor dem Grundstück des Täters kommt es dann zum Eklat, der Mann kommt beim Erscheinen der Polizei sofort heraus und streitet erst einmal alles ab. Doch die Beamten gehen nicht wie gefordert, der Mann wird laut, droht, die Hunde auf die Beamten zu hetzen, wenn sie das Grundstück betreten würden. Er holt eine Holzkeule, die Drohungen und Beschimpfungen werden wüster und unflätiger. Der Alkoholgeruch sei deutlich spürbar, die Aussprache verwaschen gewesen, berichten die Beamten später. Inzwischen ist ein zweiter Streifenwagen angerückt, ein dritter folgt später. Sie bieten ihm einen freiwilligen Alkoholtest an. Die Antwort lässt sich denken. Die Polizisten informieren sofort die Staatsanwaltschaft in Schwerin, die handelt schnell und nur Minuten später ist die richterliche Anordnung zur Durchsuchung da, fernmündlich.

Alles Zureden hilft nichts, mit wilden Schlägen versucht der Betrunkene, sich der Festnahme zu entziehen, doch schnell erlahmt der Widerstand des Betrunkenen. Die Hunde werden nicht losgelassen. Mit seinen Handfesseln ist der Mann sofort ruhig. Bereits im ersten Schuppen finden die Beamten die rote Honda vom Typ CM 185 T, Motor und Getriebe sind noch warm. Alles zusammen reicht für die Beweisaufnahme.

"Gegen den Beschuldigten, der nach der Blutprobenentnahme wieder auf freiem Fuß gesetzt wurde, wird nun wegen Trunkenheit im Verkehr, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz, Kennzeichenmissbrauchs und Widerstandes ermittelt", so heißt es jetzt offiziell im Polizeiprotokoll des Hagenower Revieres. Ob es den Mann am Ende wirklich interessieren wird, bleibt fraglich. Bei der Polizei steht er wegen zahlreicher Delikte in den Akten. Da geht es nicht nur um Straften im Verkehr, sondern um weitere Vorkommnisse.

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