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Fährebetrieb wieder aufgenommen : Wieder auf kurzem Weg über die Elbe

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Aufatmen in Neu Bleckede: So sich nichts Unvorhergesehenes ereignet, geht es ab heute hier wieder auf kurzem Weg über die Elbe. Petra Wilhelm nimmt den Betrieb der Fähre "Amt Neuhaus" von 5 bis 23 Uhr wieder auf.

svz.de von
erstellt am 19.Feb.2012 | 08:04 Uhr

Neu Bleckede | Aufatmen in Neu Bleckede: So sich nichts Unvorhergesehenes ereignet, geht es ab heute hier wieder auf kurzem Weg über die Elbe. Petra Wilhelm nimmt den Betrieb der Fähre "Amt Neuhaus" wieder auf. Von 5 bis 23 Uhr ist sie wie gewohnt auf Tour.

Das freut vor allem die Pendler, die seit Ende Januar weite Umwege über Land in Kauf nehmen mussten, um von Hüben nach Drüben zu kommen. Sie konnten oder wollten nicht nachvollziehen, warum Petra Wilhelm die Fähre so lange im Schutzhafen ließ. Die Kraftfahrer passierten problemlos die Straße bei nasskaltem Wetter. Es gab sogar Tage mit blauem Himmel und Sonnenschein. Das Thermometer zeigte Plusgrade, und die Elbe floss. Die Eisbrecher hatten auch hier ganze Arbeit geleistet, die Fahrrinne war frei, doch von der "Amt Neuhaus" weit und breit nichts zu sehen.

Auch in Petra Wilhelm wuchs in den letzten Wochen die Ungeduld. Die Frau, die seit 20 Jahren im Fährbetrieb tätig ist und seit acht Jahren selbstständig über die Elbe zwischen Neu Bleckede und Bleckede pendelt, musste pausieren. Für sie kann es gar nichts Schöneres geben, als das Steuer der "Amt Neuhaus" in der Hand zu halten, und ihre Passagiere sicher von der einen Uferseite auf die andere zu bringen. Sie hat, wie sie sagt, ihren Traumjob gefunden. Doch die äußeren Umstände spielten nicht mit. Ihr Beruf hängt vom Wetter ab. Im vergangenen Jahr verordnete ihr das Winterhochwasser eine Zwangspause, in diesem Jahr war es das Eis.

Der Schein der fließenden Elbe ist trügerisch, gibt Petra Wilhelm eine Erfahrung alter "Seebären" wieder. Die warnen vor Eisschollen, die unter der Wasseroberfläche treiben. Sie sind eine unsichtbare Gefahr, die keinesfalls unterschätzt werden darf. Vor einigen Jahren hatte es Manfred Nahrstedt als frisch gewählter Landrat selber mit erlebt, wie das Eis erst an den Schiffsrumpf ditschte und danach mit einem lauten Knirschen unter ihm weiterzog. Der Schreck fuhr ihm seinerzeit heftig durch die Glieder, erzählt die Fährfrau, der eben diese Episode noch gut in Erinnerung ist. Sie war für sie zugleich eine Warnung, noch vorsichtiger zu sein. Zum Glück sei damals nichts weiter passiert. Es sind keine Schrauben, die die Fähre "Amt Neuhaus" vorantreiben, sondern ein Schöttelantrieb. Hätte dieser Eisstücke angesaugt, wäre sie manövrierunfähig gewesen.

Wer will guten Gewissens solch ein Risiko eingehen?, fragt Petra Wilhelm. Sie jedenfalls nicht, erklärt sie unmissverständlich mit einem Blick auf den Strom. Natürlich weiß sie, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Lauenburg für die Elbe Entwarnung gegeben hat. Nach dem Einsatz von Eisbrechern in Geesthacht sei die frostige und dicht beieinander liegende Schollenpracht zügig abgeflossen, hatte Bettina Kalytta gegenüber SVZ die Entscheidung begründet. Problematisch sei, wie die WSA-Leiterin erläuterte, der Eisversatz noch an den Ufersäumen. Wenn diese Mengen gebrochen sind und abfließen, dann erhält die Schifffahrt auch wieder grünes Licht. Dieses Signal dürfte es, wie es noch am Freitag hieß, nach ihrer Einschätzung am kommenden Donnerstag geben.

Doch am vergangenen Wochenende hat sich die Lage deutlich entspannt. Es hat weiter getaut. Die Chefin der "Amt Neuhaus" beantragte eine Genehmigung, um heute wieder starten zu können. Die Fähre ist bereit. Das Eis, das sich an den Anlegern zusammengeschoben hatte und auftürmte, blockiert nicht mehr die Zufahrten. Ein Radlader beseitigte gestern auch die bis zu 20 Zentimeter dicke Eisschicht auf der Fahrbahn zum Anleger für Niedrigwasser, damit Kraftfahrer diesen erreichen können.

Die Zwangspause, auf die das Gros der Fahrgäste mit Verständnis reagierte, ist überstanden. Petra Wilhelm kann nun ihrerseits wieder die Sicherheit garantieren. Die steht für sie als Fährfrau an erster Stelle. Nun heißt es zur Freude aller Beteiligten: Leinen los!

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