Wie wird es sein, im digitalen Landkreis?

Visionär Rolf Christiansen in der Hagenower Unternehmerrunde.
Visionär Rolf Christiansen in der Hagenower Unternehmerrunde.

Landrat Rolf Christiansen wagte vor Unternehmern einen Blick in die Zukunft

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01. Februar 2018, 05:00 Uhr

Regionale Netzwerke, die die Menschen in den Dörfern regelmäßig mit Lebensmitteln versorgen? Digital gesteuerte Verkehrsmittel, die den Anschluss an jedes Gehöft gewährleisten? Nachrichten rund um die Uhr vom regionalen Verlag? Landrat Rolf Christiansen kann sich eine Menge vorstellen, wenn er an die Zukunft denkt. Und er stellt die Frage: „Was bedeutet Digitalisierung in unserem Landkreis für die Zukunft?“ Und er meint dabei längst nicht nur die technische Seite oder die Tatsache, dass künftig jeder zu Hause einen schnellen Computer aufstellen kann.

„Was macht diese Technik mit uns, unserem Zusammenleben“, fragte er vor wenigen Tagen die Teilnehmer am Unternehmertreff. Denn einmal im Jahr reserviert der Verband West-Mecklenburg dem Landrat viel Redezeit, löchert ihn aber auch mit vielen Fragen. So auch in diesem Jahr. Und Rolf Christiansen aus Picher widerstand der Versuchung, nur über das Erreichte zu schwärmen und seine Verdienste herauszustellen.

Dabei könnte er das ja, schließlich endet seine politische Karriere in diesem Oktober. Selbst gewählt. Doch er, der der Region als Privatmann weiterhin treu sein will, entwickelt Visionen. Das im vergangenen Jahr mit sehr viel Aufwand ausgearbeitete Kreisentwicklungskonzept (KEK) hat er maßgeblich angestoßen und durchgesetzt. Und nun? Es dürfe nicht für die Schublade sein, sondern müsse umgesetzt werden. Das verlange nach Konzepten, Ideen und Priorisierungen.

Schnelles Internet spielt dabei eine entscheidende Rolle. Ein paar haben das Turbo-Internet schon, die Masse nicht. Dabei ist politisch alles klar. Der Kreis war schnell beim Bundesprogramm, sehr schnell sogar und hat viele Fördermittel ins Land geholt. Doch das Verfahren, diese Gelder ausgeben zu wollen, ist so bürokratisch und langwierig, dass viele Haushalte im Kreis weiter warten müssen. Dabei laufen die Ausschreibungen oder werden vorbereitet. Doch bis wirklich in nötigen Größenordnungen Kabel in die Erde gebracht werden, wird es noch Monate dauern. Landrat Christiansen ist aber gedanklich schon weiter, er will das schnelle Netz nutzen. „Wir machen uns alle noch gar keine richtigen Vorstellungen, welche Veränderungen mit diesen digitalen Möglichkeiten auf uns zu kommen“, bekannte er in der Runde. Für ihn ist klar, dass eine ländliche Region auch Hilfe und externen Sachverstand brauchen wird. Und den will er noch in seiner Amtszeit in den Landkreis holen.

Vieles in Sachen Zukunftsfähigkeit ist schon in der Pipeline. Digitale Schule ist so ein Konzept. Einige Schulen, wie die in Wittenburg, werden jetzt zügig mit neuer Technik ausgestattet. Nahverkehr in der Region, besser unter Rufbus bekannt, ist auch so ein Konzept. Ohne digitale Vernetzung gibt es schon jetzt keine Fahrpläne oder Auskünfte.

Die Unternehmer hörten höflich zu, hatten allerdings auch Fragen, um die Wilhelm Schefe vom Unternehmerverband West-Mecklenburg als Moderator nicht lange bitten musste. Gerade bei der Digitalisierung wurden diese sehr konkret. Nach Jahren der Vorbereitungen und Ankündigungen wollen viele Unternehmen nun Tatsachen sehen. Und die bemessen sich in Megabit pro Sekunde.

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