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Willkommenskultur gewünscht : Wie steht es um die Flüchtlingspolitik?

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Anlässlich des Internationalen Tages der Migranten machen sich Landtagsabgeordnete Silke Gajek und Europaabgeordnete Franziska Keller in Horst ein Bild davon, wie es um die Flüchtlingspolitik in MV steht.

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erstellt am 18.Dez.2011 | 07:39 Uhr

Horst | Sonntag war der Internationale Tag der Migranten. Die UNO hatte diesen im Dezember 2000 aufgerufen. Die grüne Landtagsabgeordnete Silke Gajek und die grüne Europaabgeordnete Franziska Keller nahmen diesen zum Anlass, um sich ein Bild davon zu machen, wie es um die Flüchtlingspolitik in Mecklenburg-Vorpommern steht. Sie besuchten mit Ulrich Seemann-Katz (Bündnis 90/Die Grünen MV), dem Bundestagsmitglied Hans-Joachim Hacker (SPD) und den Mitgliedern des Landtages Martina Tegtmeier (SPD) und Maika Friemann-Jennert (CDU) die Erstaufnahmeeinrichtung in Horst.

"Wir wünschen uns eine Willkommenskultur, die die Menschen von Anfang an integriert und nicht isoliert", erklärten Gajek und Keller zu Beginn ihres Besuchs. Mit Hilfe von Christian Hauser konnten sich die Politiker selbst einen Eindruck der Anlage bei einem Rundgang machen. Es hat sich bereits vieles entwickelt in den letzten Jahren. Da waren sich die Teilnehmer einig. Die Mitarbeiter vor Ort geben sich große Mühe, die Unterbringung möglichst angenehm zu gestalten. Nichtsdestotrotz gibt es systematische Probleme, wenn Menschen so zentral untergebracht werden. Gajek und Keller forderten stattdessen eine dezentrale Unterbringung. Kritisch sehen die Grünen das in Horst praktizierte Sachleistungsprinzip. Den Bewohnern wird Essen, Kleidung, Hygieneartikel gestellt. Stattdessen sollte den Menschen, nach Meinung der grünen Politiker, mehr Eigenverantwortung überlassen werden, indem man ihnen diese Zuwendungen als Geldleistung auszahlt. Die Grünen sehen insgesamt die Landespolitik stärker in der Verantwortung bei der Flüchtlingspolitik und werden das Thema im Sozialausschuss wieder aufgreifen.

Die Landeseinrichtung in Horst wurde 1993 in Betrieb genommen und hat eine Kapazität von bis zu 600 Bewohnern. Seit Oktober 2006 nimmt sie auch Flüchtlinge aus Hamburg auf. Derzeit leben hier, wie vom Einrichtungsleiter Wolfgang Trabitzsch zu erfahren war, rund 300 Bewohner auf Zeit. Sie stammen u.a. aus Serbien, Afghanistan, der russischen Förderation, Syrien, Mazedonien, Montenegro, aus dem Iran und Irak.

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