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Hagenower Kreisblatt

23. Oktober 2017 | 12:06 Uhr

Bantin : Wie hält eine Liebe 70 Jahre lang?

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Ursula und Karl Hundt aus Bantin feiern am 12. Januar das seltene Fest der Gnadenhochzeit. Beide hoffen noch auf Kronjuwelenhochzeit

von
erstellt am 04.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Ursula und Karl Hundt kennen das Geheimnis ewiger Liebe. Das Ehepaar aus Bantin feiert am 12. Januar seinen 70. Hochzeitstag, auch Gnadenhochzeit genannt. Ursula erinnert sich noch gut an die erste Begegnung mit ihrem Karl.

„Es war Tanz auf dem Saal in Bantin. Er kam durch die Tür und ich wusste sofort, dass ist er. Den werde ich heiraten. Das habe ich auch gleich meiner Schwester erzählt und gehofft, dass er mich zum Tanz auffordern wird“, erinnert sich die 90-Jährige und kichert verschämt wie damals, als sie gerade mal 19 Jahre alt war. Er habe sie dann zum Tanz aufs Parkett gebeten, erzählt die nahe des ostpreußischen Insterburg Geborene weiter im SVZ-Gespräch. „Und ich musste mich gegen unliebsame Konkurrenz wehren. Denn andere Mädels hatten ebenfalls bereits einen Blick auf ihn geworfen.“

Bei ihm habe es auch gleich gefunkt, gesteht Karl Hundt sieben Jahrzehnte später. „Es war tatsächlich Liebe auf den ersten Blick“, betont der 90-Jährige. Geheiratet hätten sie mit unschuldigen 20 Jahren. „Ich habe ihr den Antrag gemacht. Das war damals so üblich.“ Seitdem sei ihre Liebe unerschütterlich. Es habe natürlich auch Höhen und Tiefen gegeben, bekennt der Senior und nennt das Ringen um Harmonie als einen Punkt, für das Gelingen einer Ehe. Nach einem Streit müsse immer einer von beiden die Größe besitzen, wieder auf den anderen zuzugehen. „Versöhnen und verzeihen muss man dann gemeinsam.“

Der Erfolg scheint für die Hundts zu sprechen, denn mittlerweile haben sie vier Kinder, zwei Töchter, zwei Söhne, neun Enkel und 14 Urenkel. Familie sei das Wichtigste im Leben, betonen die Jubilare fast einstimmig. Denn sie beide wissen als Kriegsgeneration, dass nichts selbstverständlich ist. „Das erste Kleid, das ich meiner Frau in der Nachkriegszeit schenkte, hatte ich durch Kaninchenzucht verdient. Zeitweise hatte ich bis zu 30 Tiere“, berichtet Karl Hundt, der einmal Zimmermann gewesen sei. Seine Ursula hatte über 30 Jahre als Leiterin in der örtlichen Kindereinrichtung gearbeitet. In ihrer Freizeit widmet sie sich heute noch gern der Handarbeit wie Stricken und Sticken. Ihr Gatte liebt die Gartenarbeit und ist stolz auf die akkurat gepflegte Scholle hinterm Haus.

Ja, aber was ist denn nun das Rezept für eine glückliche Ehe? Karl Hundt, der gebürtig aus Groß Zecher stammt, weiß es: „Immer zusammenzustehen, egal, was kommt. Die Liebe zueinander pflegen und sich treu sein. Respektvoll miteinander umgehen, auch im Streit. Viele Ehepaare vergessen im Laufe der Jahre oft, was sie sich einst vor dem Traualtar versprochen haben. Liebe ist auch Arbeit und nur am Anfang ein Geschenk. Danach darf man sie nie vernachlässigen.“

Ihr Mann könne ihr nie lange böse sein, erzählt Ursula Hundt. „Wir haben es all die Jahre so gehalten, versöhnt ins Bett zu gehen. Sonst bekommt man böse Träume.“ Beide Senioren hoffen darauf, auch den 75. Hochzeitstag gemeinsam zu feiern. Das wäre dann die Kronjuwelenhochzeit. Angestoßen wird übrigens am nächsten Donnerstag, dem 12. Januar, mit der Großfamilie und Gästen, insgesamt etwa 60 Gratulanten, in Zarrentin. Sicherlich wird auch da die tiefe Verbundenheit der beiden Jubilare zu spüren sein. Denn ein Patentrezept für das Gelingen einer Beziehung gibt es nur im Märchen. Karl Hundt jedenfalls ist überzeugt, dass eines auf jeden Fall die Liebe nährt: „Immer miteinander im Gespräch bleiben. Schweigen macht sie kaputt.“

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