Boizenburg : Wer stiehlt den Kindern ihre Milch?

Statt vier Kanistern Milch finden die Kinder und die Leiterin der Kindertagesstätte „Spielhaus“ nur einen vor.
Statt vier Kanistern Milch finden die Kinder und die Leiterin der Kindertagesstätte „Spielhaus“ nur einen vor.

Unbekannte entwenden Milchkanister der Kita „Spielhaus“ - Lieferant bestätigt: „Es ist kein Einzelfall“

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14. September 2017, 21:00 Uhr

Traurige Kinderaugen im „Spielhaus“: Zoey, Romy, Merle, Mia sowie Hannes und Malte wollen gar nicht glauben, was sie gemeinsam mit Inge Hennig sehen müssen. Mit dem blauen Tragebehälter stimmt etwas ganz und gar nicht. Vier kleine Kanister mit frischer Milch müssten sich in ihm befinden. Doch sie können nur einen entdecken. Wo die Milch, aus der Inge Hennig leckeren Grießbrei, Milchreis oder Pudding zubereitet, herkommt, wissen die Kleinen, nämlich vom Bauern. Wo die fehlenden neun Liter geblieben sind, bleibt ihnen dagegen ein Rätsel.

Die Kinder sind enttäuscht, die Erwachsenen reagieren stocksauer. „Wer klaut Kindern ihre Milch?“, fragt Carolina Gumz. Sie ist die Leiterin der DRK-Kindertagesstätte „Spielhaus“. Hier scheinen Langfinger ihr Unwesen zu treiben. Die dekorativen Blumenkübel vor der Tür wurden schon entwendet, was Carolina Gumz alles andere als schön fand. Doch den Kindern die Milch zu stibitzen, sei für sie einfach nur ziemlich heftig.

Zweimal pro Woche erfolgt die Lieferung. Seit Jahren ohne Probleme. Dann ging es los. Im Laufe der Zeit seien die Milchdiebe immer dreister vorgegangen. Das erste Mal ließen sie „nur“ einen Kanister mitgehen, beim zweiten Mal war es schon einer mehr, und drei beim dritten Raubzug. Die Taten ereigneten sich im Juni, Juli und jetzt Anfang September. Da Carolina Gumz schon ernsthaft befürchtet, dass beim nächsten Zuschlagen gleich die gesamte Lieferung, also alle vier Kanister mit je drei Litern, gestohlen werden könnte, hat sie vorgebeugt. Eine andere Anlieferungsstelle soll den diebischen Elstern das Handwerk erschweren.

Einige Fakten sprechen für die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme. Am Anfang glaubte Carolina Gumz noch an ein Versehen. Vielleicht war  ja einem neuen Fahrer ein bedauerlicher Fehler unterlaufen, mutmaßte sie, als sie sich erstmals beim Hof Weitenfeld aus Vorderhagen erkundigte. Leider nein, versicherte der Inhaber und Chef Peter Guhl auf eine entsprechende Nachfrage. Vielmehr musste er bestätigen, was die „Spielhaus“-Chefin schon hier und da gerüchteweise gehört hatte. „Diese Kindertagesstätte ist bedauerlicherweise kein Einzelfall“, meinte Peter Guhl. So würden etwa auch viele private Kunden zu oft beklagen, dass ihre gerade vor die Haustür angelieferte frische Milch nach dem Klingeln des Lieferanten schneller weg war, als sie sie holen konnten. Einige hätten deswegen schon entnervt ihre Bestellung storniert, bedauert der Landwirt aus der Teldau. Er sprach von einigen Fällen aus dem Lüneburger Bereich und von einem unverhältnismäßig häufigen Auftreten in Boizenburg.

Carolina Gumz jedenfalls hat sich entschlossen, die Sache bei der Polizei anzuzeigen.

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