Neuhaus : Wer sich auf dem Wasser traut...

Zurück aus der Buhne und kurz vorm Anleger, das Ehepaar Niederhoff .
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Zurück aus der Buhne und kurz vorm Anleger, das Ehepaar Niederhoff .

Ratsmitglieder beschlossen, dass neben dem Haus des Gastes auch zwei Elbflöße als Eheschließungsorte gewidmet werden sollen

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29. Juni 2016, 20:00 Uhr

...der steht mit seiner Zukünftigen/seinem Zukünftigen wahrscheinlich auf einem Großfloß der Elbefloßfahrten, hat das Aufgebot bestellt und sagt dann schließlich „Ja“. In ihrer jüngsten Sitzung beschlossen die Ratsmitglieder einstimmig, dass die beiden Flöße „Esmeralda“ und „Dolores“ als Eheschließungsorte gewidmet werden sollen.

Man kann sich nicht (wie im amerikanischen Spielfilm häufig gesehen, da ist es dann oft der Garten) einfach einen besonders schönen Ort aussuchen und dann verlangen, dort getraut zu werden. Ein Eheschließungsort muss als solcher gewidmet werden. Denn die Eheschließung ist ein staatlicher Rechtsakt. Das muss erkennbar sein. Störende Einflüsse von außen sollten grundsätzlich ausgeschlossen werden. Und wenn es ich um eine standesamtliche Trauung unter freiem Himmel handelt, dann muss dafür Sorge getragen werden, dass die Amtshandlung auch dann vollzogen werden kann, wenn es plötzlich anfängt, zu schütten. In so einem Fall müssten alle Beteiligten schnell ein gewidmetes Trauzimmer erreichen können.

In Neuhaus ist seit jeher das Zimmer im Rathaus, in dem das Standesamt sich befindet, auch Trauzimmer. Das ist nun leider sehr nüchtern und der Trend zu romantischen Hochzeiten ist ungebrochen. Viele Paare, die sich in der Gemeinde Amt Neuhaus trauen lassen, weichen daher auf das Haus des Gastes aus. Dort ist dann auch mehr Platz. Doch auch hier gibt es einen Haken. Stühle und Tische müssen jedes Mal aus dem Nebengebäude geholt und aufgestellt werden. „Das ist immer ein nicht unerheblicher Aufwand und das Mobiliar wird auch nicht besser, wenn man es ständig hin und her schleppt“, so Astrid Bans, die Standesbeamtin in der Gemeinde. Sie würde sich wünschen, dass beim Innenausbau des ehemaligen Amtsgerichts auch ein Trauzimmer eingerichtet wird. Und mit diesem Wunsch ist sie nicht allein. Mit dem Ratsbeschluss, die Flöße als Eheschließungsorte zu widmen, wurde auch das Amtsgericht gewidmet, sozusagen vorauseilend.

Die beiden Flöße sind noch nicht endgültig gewidmet, die Standesamtsaufsicht will sich das noch ganz genau anschauen. Aber man kann sich schwer vorstellen, dass so ein romantischer Ort - das Floß macht fest in einer Buhne unweit des Anlegers - kein Wohlgefallen bei der Aufsicht findet.

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