Wihnachtstiet : Wenn’t kolt is: Gaut äten in de Wihnachtstiet

Husslachtung in Bobzin üm 1973
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Husslachtung in Bobzin üm 1973

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06. Dezember 2013, 18:01 Uhr

In ein oll Gedicht oewer denn’ Lop von de Johrstieden heit dat an ein Stell „ .. im Winter manch fröhlichen Schmaus “. Ja, wenn’t kolt is, kann de Minsch, grad dei, dei noch suer arbeiten mütten, ok bäten deftiger un fetter äten. Un so is hier in uns Heimat früher Mod wäst, Gnickbraden un ok Ribbenbraden tau äten, grad in de Festdaach. Dat köm jo ok billiger, un bald jerer in’t Dörp un ok in de lütten Städte har doch ein, twei ore drei Swien in’n Stall. Tauköfft wür man selten wat, Geld weer meist knapp. Wo dat in Hagenow in de Slachtetiet in’n Winter taugahn is, dat kann jerer noch eins naläsen in Band 1 von Kuno Karls „Fiek’n hett schräben ut Hagenow“ von siet 42 an. Oja, dor is in dei ollen Tieden bi de Husslachterie väl Blaut, väl Bräuhwarer, väl Grog ore Koem un ok woll männig Druppen Sweit flaten. In mien oll Kakbauk von 1893 kann'n naläsen, wo de Gnick - un ok de Ribbenbraden makt ward. Dor steiht ünner annern „Das Nackenstück ist am mildesten; dünne Fettlage wünschenswert. Gor nich väl Gewürze nödig : Bäten Solt, bäten Päper, Wacholderbeeren. Un för denn’ Ribbenbraden is tau empählen : Tau de Füllung nimmt’n am besten suer Appel, dei in veer Deile snäden warden, poor afbräuht drööch Plumm’, bäten Solt, .. . Mit de Tiet ännern sik de Ätgewohnheiten. Väle is dat Swinfleisch tau fett, dorüm hett de Putenbraden sicher von Amerika her hier Faut fat't. Mi is’e bäten drööch, is ok Gesmackssak.

De Gausbraden is natürlich ümmer noch beleift, un de Fisch, vörnähmlich de Karpen, hett gegenoewer früher woll noch taunahmen. Nu ward hier un dor oewer judiziert, wat von all disse Köstlichkeiten woll dat Best is. Oewer lat’t uns doch mal’n bäten in uns gahn. Wi sünd doch all’ so satt ore gor oewersatt. Wi sülln öfter an de välen Minschen denken, för dei’n Handvull Ries ore’n Stück Brot mihr wert is as för uns de fienste Festdachsbraden.



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