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Wittenburg/Warlitz : Wenn Ortsschilder zu Trophäen werden

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Diebstahl der gelben Tafeln hat im Sommer wieder zugenommen / Ämter genervt

von
erstellt am 30.Jul.2015 | 07:50 Uhr

Früher waren sie nur eine Mischung aus Verkehrs- und Hinweiszeichen, die gelben Schilder an den Ortseingängen der Dörfer und Städte. Doch in den vergangenen Jahren sind die Tafeln mit den Ortsnamen immer mehr zum begehrten Diebesgut geworden. Gerade in den vergangenen Wochen häuften sich die Meldungen über gestohlene Ortsschilder in der Region.

Besonders betroffen war dabei der Bereich des Amtes Wittenburg. „Im Jahr 2015 wurden im Amtsbereich Wittenburg bereits sechs Ortstafeln durch bislang unbekannte Täter entwendet. Dabei handelt es sich um drei Ortstafeln in Helm und jeweils eine in der Stadt Wittenburg (Püttelkower Chaussee), in Karft (Bantiner Weg) und in Boddin (Woezer Straße)“ , kam als Information von der Amtsverwaltung. Die ist mehr als genervt von den immer wieder vorkommenden Zwischenfällen, zu denen ein gewisses Maß an krimineller Energie gehört.

„Die meisten Schilder haben wir ja schon ersetzen können. Doch das ist alles andere als billig“, erklärt Jana Berger vom Wittenburger Amt für Bau- und Ordnungsangelegenheiten. Pro Schild sind jetzt 200 Euro fällig geworden. Und so ist jeder Fall für die zuständigen Behörden kein Kavaliersdelikt oder Dummer-Jungen-Streich, sondern ein Diebstahl, der mit Anzeige geahndet wird. Man werde, so Berger, auch nicht aufgeben und die Schilder ersetzen. Allerdings fehle dann das Geld an vielen anderen Stellen.

Bleibt die Frage nach den Gründen für die Beliebtheit der Schilder. Für Peter Holm, Bürgermeister der Gemeinde Warlitz, ist die Sache ganz klar. „Wer seine Ortsschilder sucht, der sollte sich mal auf den großen Festivals oder auch bei den anderen Partys junger Leute umsehen. Dort werden diese Schilder klar als Trophäen und Zeichen der Zugehörigkeit ausgestellt.“

Holm weiß, wovon er redet, war und ist seine Gemeinde doch selbst betroffen. So verschwanden vor Wochen ein Schild in Warlitz und eines in Goldenitz. „Ich habe da so einen Verdacht und habe den Jungs gesagt, dass dieses Schild wieder rankommen muss“, erklärte Holm, den SVZ gestern im Urlaub erreichte.

Doch es sind wohl nicht nur die jüngeren Leute, die auf die gelben Schilder stehen. Diese sind auch immer wieder als Partygag z. B. bei runden Geburtstagen gefragt. Dabei bereitet es einige Mühe, die Schilder abzumontieren, weil sie verschraubt sind und man mindestens einen Maul- oder Ringschlüssel braucht und die entsprechende Zeit. Weil das auch nicht hilft, besonders an abgelegenen Stellen, gehen jetzt die Behörden dazu über, die Schilder zu vernieten. Zwar gibt es auch dagegen Möglichkeiten, doch dann muss der Dieb schon mit entsprechendem Werkzeug anrücken.

Und bei den gestohlenen Schildern gibt es noch ein Problem, das der Sicherheit. Markieren die Schilder doch Beginn und Ende von Tempo 50. Wenn ein Auswärtiger das nicht mitbekommt, kann es sehr schnell gefährlich werden. Etliche Gemeinden behelfen sich und hängen ein 50-er-Schild in den leeren Rahmen, bis das neue Ortseingangsschild geliefert und montiert wird.

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