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Begegnung bei Kuhstorf : Wenn ich einem Wolf begegne....

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Kuhstorfer sichteten kürzlich beim Spaziergang in etwa 300 Meter Entfernung gleich drei der scheuen Raubtiere und sind nun besorgt

von
erstellt am 08.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Die Wahrscheinlichkeit, einem Wolf in freier Wildbahn zu begegnen, sei eher gering, sagen Fachleute. Denn die scheuen Raubtiere würden dem Menschen eher aus dem Weg gehen. Wer tatsächlich einem Isegrim nahe komme, brauche keine Angst zu haben, meinen die Experten weiter. „Bei unserem letzten Spaziergang, etwa einen Kilometer weg vom Dorf an der Sude, haben wir in rund 300 Meter Entfernung gleich drei Wölfe auf einmal beobachten können“, erzählt Anke Müller. Weil es matschig gewesen sei, hätten sie eine Abkürzung genommen. Deshalb seien sie wahrscheinlich überhaupt erst auf die Tiere gestoßen. „Etwa einen halben Kilometer vor uns ritt jemand auf einem Pferd.“

Ihr Mann Torsten habe bereits im Jahre 2016 erstmals einen Wolf in der Gegend gesehen, erzählt die Kuhstorferin weiter im SVZ-Gespräch. Mit der Handy-Kamera habe er geistesgegenwärtig die jüngste Begegnung gefilmt. „Es ist zwar alles sehr weit weg, aber man kann ganz genau drei gleich große Tiere erkennen, die auch alle dieselbe Färbung aufweisen. Nämlich ein silbergraues Fell und einen dunkleren Schwanz. Beim Laufen hatten sie den zwischen die Beine geklemmt, so, als seien sie auf der Flucht. Verschwunden sind sie schließlich im Wald.“

Nun stelle sich für sie die Frage, ob man überhaupt noch Spaziergänge in Wald und Flur machen könne? „Wenn uns die Wölfe offensichtlich immer näher kommen, und wir künftig vielleicht öfter auf sie stoßen, wie verhält man sich richtig?“

Wir fragen als Lokalredaktion bei Matthias Weber, einem der geschulten Wolfsbetreuer für den Landkreis Ludwigslust-Parchim nach. „Spaziergänger brauchen keine Sorge zu haben. Aber wenn es auffällige Begegnungen gibt, weil Wölfe ihr Fluchtverhalten ändern oder die Nähe des Menschen suchen, sollte das schon einem Wolfsbetreuer gemeldet werden. Die Liste mit Namen und Telefonnummern steht im Internet.“ Die Informationen würden gesammelt, um eine Entscheidung treffen zu können. „Ich persönlich gehe davon aus, dass es für den Menschen keine Gefährdung durch Wölfe gibt. Man sollte dennoch immer die Augen offen halten. Kreuzt tatsächlich ein Wolf den Weg, unbedingt Ruhe bewahren.“

Das größte Raubtier in unserer Region breite sich aus und suche sich auch auf den Weiden Futter. Landesweit seien in den letzten Jahren 283 Schafe durch Wölfe getötet bzw. verletzt worden. Dazu kämen zwei Ziegen, fünf Rentiere, 13-mal Gatterwild, zwei Rinder und ein Pferd. Das gehe aus den Zahlen hervor, die Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus jüngst bei der Beratung des Landwirtschaftsausschusses des Kreistages in Parchim nannte.

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