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Hagenower Kreisblatt

11. Dezember 2017 | 12:03 Uhr

Hagenow : Wenn Gasleitungen älter werden

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Versorger investiert Hunderttausende Euro in neue Druckleitung zwischen Hagenow und Bandenitz / Energiewende vor Ort

von
erstellt am 17.Sep.2014 | 16:13 Uhr

Eine Großbaustelle ohne große Behinderungen? Ohne schwerwiegende Einschränkungen für Autos, Radfahrer oder Spaziergänger. Das verspricht die Eon-Hanse AG. Die hat damit begonnen eine für die Region wichtige Gasleitung komplett zu erneuern. Die alte Leitung, die aus dem Jahre 1965 stammt, ist nämlich spürbar in die Jahre gekommen. Konkret geht es um Beschädigungen, kleine Lecks, Korrosion. Alles nicht schlimm, nur auf Dauer senkt es die Durchleitungsfähigkeit. Normalerweise wird das Erdgas mit einem Druck von 25 bar durch diese wichtige Versorgungsleitung gejagt. Bei der maroden Leitung, die nun ersetzt wird, waren es am Ende nur noch 16 bar. „Das klingt nicht dramatisch ist es aber, weil wir so nur noch einen Bruchteil der sonst üblichen Menge durchleiten konnten“, erläuterte Jörg Peters, Kommunalbetreuer von Eon beim Baustellengespräch bei Sudenhof. Konkret geht es für dieses Jahr um drei Kilometer zwischen Sudenhof und Bandenitz, es geht um Kosten von 350 000 Euro und Bauarbeiten, die gut acht Wochen dauern werden.

Es ist die Geschichte des Geländes, das die Bauarbeiten so vergleichsweise teuer macht. Denn die Rohrverleger müssen sich zum Teil durch munitionsbelastetes Gebiet arbeiten. Ein Teil der Strecke ist schon untersucht worden, einen Fund gab es auch schon. Die Gaskunden werden von den Arbeiten, so ist der Plan, nichts merken. Denn die alte Leitung soll solange in Betrieb bleiben, bis die neue Leitung mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern komplett verlegt ist. Projektmanager Hagen Imling spricht dennoch von einigen Herausforderungen, weil es auch um eine Gewässerquerung geht. Dazu gibt es noch spezielle Anforderungen des Naturschutzes. Im Ergebnis wird die neue Leitung in der so genannten geschlossenen Bauweise verlegt. Das passiert mittels horizontaler Spülung, Gräben müssen so nur selten ausgehoben werden. Die neue Metallschlange mit den endlos verschweißten Rohren soll in einer Tiefe von einem Meter bis 1,2 Meter verlegt werden. Projektmanager Imling: „Für uns ist das Projekt eine große Sache, es ist einer der wichtigsten Leitungen der Region, die eigentlich von Pampow nach Toddin führt.“ Anders als bei manchen Stromleitungen gibt es beim Gas ein regelrechtes Netz, das das Einspeisen von mehreren Seiten aus ermöglicht. Dennoch wird die neue Leitung dringend benötigt. „Das hat auch mit den regionalen Energieproduzenten zu tun, die Biogas in unsere Leitung einspeisen wollen. Das passiert beispielsweise von Karft aus und soll z. B. auch von Lenzen aus stattfinden“, so Betreuer Jörg Peters. Er bestätigte auch, dass einige Biogasproduzenten in der Region ebenfalls über Einspeisungen nachdenken. Da werde eine leistungsfähige Hauptleitung, um die es bei dem Projekt geht, immer wichtiger. Peters: „Das ist ein Teil der Energiewende vor Ort“. So ist jetzt schon klar, dass den jetzt in Bau befindlichen drei Kilometern weitere Abschnitte der Leitung folgen werden. Auch für das Amt-Hagenow-Land, durch dessen Gebiet die Baustelle läuft, ein wichtiges Projekt, wie Alfred Matzmohr, der Chef der Verwaltung vor Ort bestätigte. „Wir wollen, dass das hier reibungslos und sicher läuft. Bisher spricht alles dafür“.

Sicherheit wird, wie beim Gasleitungsbau zu erwarten, groß geschrieben. 20 Prozent der Schweißnähte werden nach dem Stichproben-Prinzip geröntgt. Zudem werden die Gasleitungen später regelmäßig per Luft überwacht. Eventuelle Gasaustritte lassen sich an veränderter Vegetation gut erkennen. Und auch beim Anschluss der neuen Leitung in einigen Wochen sollen es keinen Druckabfall geben. Mittels zweier Bypässe wird die neue Leitung eingebunden, die alte Trasse wird wirklich erst dann abgeschaltet wenn die neue Leitung funktioniert.

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