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Hagenower Kreisblatt

15. Dezember 2017 | 19:03 Uhr

Besitz : Wenn es brennt und keiner geht hin

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Amtswehrführer Toralf Pfohl vom Amt Boizenburg Land mahnt die Leitstelle Westmecklenburg zur Einpflege der vor zwei Jahren erarbeiteten Ausrückeordnung

svz.de von
erstellt am 20.Apr.2017 | 12:02 Uhr

„Im Bereich Amt Boizenburg Land sind nur noch drei Gemeindefeuerwehren tagsüber einsatzbereit“, stellt Amtswehrführer Toralf Pfohl fest. „Das sind die Wehren in Besitz, Neu Gülze und Schwanheide.“ Im Land der Pendler bekommen die anderen Freiwilligen Feuerwehren am Tage keinen Trupp mehr für einen „Erstangriff“ zusammen, wie es in der Feuerwehrsprache heißt. Ein Trupp besteht aus acht oder neun Mann und muss in der Lage sein, bei einem Feuer oder einem Unfall die ersten Maßnahmen einzuleiten, bevor gegebenenfalls nachalarmiert wird und weitere Kräfte heran gerufen werden.

Weil die Situation so ist wie sie ist, musste eine neue Ausrückeordnung für die Feuerwehren erarbeitet werden. „In der AO wird festgelegt, wann, wo und wie welche Feuerwehren bei Bedarf zum Einsatz kommen“, erklärt der Amtswehrführer. „Schon Ende 2013 haben wir uns hingesetzt und die Ausrückeordnung von 2004 überarbeitet. Dabei sind wir zu der Erkenntnis gelangt, dass bei einem Einsatz mindestens drei Feuerwehren gleichzeitig alarmiert werden müssen.“ Weil eine allein tagsüber eben nicht die erforderliche Anzahl von Feuerwehrleuten zusammen bekommt. „Boizenburg ist Schwerpunkt-Feuerwehr, die werden sowieso immer alarmiert“, erläutert Pfohl. „Aber selbst die haben tagsüber Schwierigkeiten, die Leute zusammen zu bekommen.“

Die den neuen Gegebenheiten angepasste Ausrückeordnung wurde gemeinsam mit der Feuerwehr Boizenburg erarbeitet, dann dem Landkreis vorgelegt und für gut befunden. „Anfang 2015 haben wir diese Ausrückeordnung der Leitstelle Westmecklenburg zugesandt. Doch außer Gresse, Nostorf und Schwanheide wurden die anderen Wehren noch nicht eingepflegt.“ Bei Nachfragen wurde Toralf Pfohl erst gesagt, es gebe ein Softwareproblem, dann gab es Personalprobleme wegen Krankheit. Nun hat er seit einem Jahr gar nichts mehr von der Leitstelle gehört.

„Das Problem ist, dass beispielsweise die Feuerwehr Vorderhagen tagsüber nicht mehr einsatzbereit ist“, meint Toralf Pfohl, der schon seit 1999 Amtswehrführer ist. Und in der Teldau gibt es 13 Ortsteile. Außerdem sind seit 2004 überall Biogasanlagen und Gewerbebetriebe dazu gekommen oder Kitas haben sich vergrößert. Deshalb sei die Alarmierung nach der neuen Ausrückeordnung dringend notwendig, so Pfohl.

„Wir haben damit angefangen, das Amt Boizenburg Land einzupflegen. Aber wir haben hier unendlich viele AOs, die eingepflegt werden müssen. Wissen Sie, was für eine Heidenarbeit das ist?“, antwortet Edwin Mörer von der Leitstelle Westmecklenburg auf Nachfrage der SVZ. „Und wir sind hier nur zu zweit.“

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