Lübtheen : Wenn die Preise außer Kontrolle sind

Für zusätzliche 50000 Euro an Förderung vom Land kamen viele Lübtheener gern in die Fahrzeughalle ihrer Wehr.
Für zusätzliche 50000 Euro an Förderung vom Land kamen viele Lübtheener gern in die Fahrzeughalle ihrer Wehr.

Finanzierung eines Feuerwehrfahrzeuges für Lübtheen ein Dauerthema. Innenminister stockte Förderung auch nach Hilferuf von Backhaus auf

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05. April 2017, 20:40 Uhr

Das Problem ist an sich einfach: Lübtheens Feuerwehr braucht schon seit Jahren dringend ein neues Feuerwehrfahrzeug. Doch ein Neues ist sehr teuer und Lübtheen ist schon seit Jahren gar nicht gut bei Kasse. Herausgekommen ist jetzt ein Finanzierungs-Marathon für die Stadt, die mehr oder weniger offen um einen Nachschlag bei der Förderung des Spezialfahrzeuges gebeten hat. Und die Landespolitik hörte zu.

„Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20-HLF 20“, auf diesen Namen hört das Auto, welches der Wehr gute Dienste leisten soll, weil auf diesem Fahrzeug die vorgeschriebene Ausrüstung für den Fall der technischen Hilfeleistung draufpasst. Denn richtige Brandeinsätze machen nur noch 20 Prozent aller Alarmierungen aus. Stolze 460 000 Euro soll das individuell konfigurierte Gefährt kosten, im Moment jedenfalls. Allein brauchte die Lindenstadt über diesen Kauf gar nicht nachzudenken. Doch es gibt Förderungen. Innenminister Lorenz Caffier war wegen dieses Fahrzeuges schon zweimal in Lübtheen. Das erste Mal übergab er im Mai 2016 symbolisch 153 000 Euro. In dieser Woche war er dann wieder da, jetzt gab es 50 000 Euro mehr.

Und Caffier gab offen zu, dass ein Anruf seines „roten Bruders“ Till Backhaus zu der Entscheidung beigetragen habe. In Wahrheit hatten sich natürlich viele aus Lübtheen darum gekümmert. Trotz der Landesförderung von nunmehr 203 000 Euro bleiben nach weiterer Förderung durch den Kreis noch immer mehr als 140 000 Euro an der Stadt hängen, eine gewaltige Aufgabe. Caffier nutzte seinen Auftritt vor vielen Lübtheenern und kritisierte sehr deutlich die immer weiter steigenden Preise für Feuerwehrfahrzeuge. Nach seinen Beobachtungen hätten sich die Preise in den vergangenen Jahren fast verdoppelt. Er mache sich da große Sorgen, was zukünftige Anschaffungen im Land beträfe. Auch Ute Lindenau, Bürgermeisterin Lübtheens, beklagte das. Aber dieses Mal müsse es eben ein neues Fahrzeug sein. Kreiswehrführer Uwe Pulss bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass alle Gemeinden mit den hohen Preisen für Feuerwehrfahrzeuge zu kämpfen hätten.

„Die ganze Entwicklung geht in die falsche Richtung, schon jetzt können sich kleine Gemeinden ein neues Fahrzeug nicht mehr leisten. Wenn das so weiter geht, werden bald sehr viele Feuerwehren an ihre Fahrzeuge ein H-Kennzeichen für historische Fahrzeuge schrauben können.“ Die Ursachen für die Preise liegen in der geringen Zahl der Anbieter, bei den starren Vorschriften für die Ausschreibungen und daran, dass jedes Feuerwehrfahrzeug praktisch auch ein Unikat ist. Nach dem Durchbruch bei der Finanzierung kann Lübtheen konkreter planen. Denn schnell geht es jetzt immer noch nicht. Aktuell hofft die Stadt auf eine schnelle Bestätigung des Leistungsverzeichnisses durch den Landkreis. Andreas Behnke, der stellvertretende Wehrführer, ist realistisch: „Wenn wir Glück haben, dann kommt das Auto mit dem Weihnachtsfest 2018.“

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