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Versorgungsbataillon Hagenow : Wenn die Armee ins Dorf einzieht

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Hagenows Versorgungsbataillon übt seit Tagen mitten in Dörfern und Siedlungen nahe Parchim die Versorgung von Kampftruppen

von
erstellt am 14.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Die Bundeswehr kommt jetzt mitten in die Dörfer und richtet sich dort für ein paar Tage ein. Wie das so ist, erleben die Menschen in einigen Dörfern südlich von Parchim direkt vor ihrer Haustür. Versorgungszelte mitten im Dorf, ein Reparaturstützpunkt für gepanzerte Technik in einem Landwirtschaftsbetrieb, überall getarnte Technik in den Wäldern, der Bataillonsgefechtsstand ist in einem leeren Wohnblock untergekommen. So eine Übung, wie sie vom Versorgungsbataillon 142 aus Hagenow derzeit gelebt wird, hat es seit vielen Jahren in Norddeutschland nicht mehr gegeben. Statt von der Kunstwelt der Kaserne in die abgeschottete Welt eines Truppenübungsplatzes zu wechseln, wird nun im realen Leben geübt, mitten unter den Zivilisten.

Gut 300 Mann sorgen seit Tagen für mehr als nur Bewegung rund um Karrenzin und Ziegendorf. „Blaue Basis 2016“ nennt sich die Aktion, die in dieser Woche mit einigen Marschübungen zu Ende gehen wird. Geprobt wird all das, was die Versorger im Kriegs- oder Krisenfall auch tun müssten: Versorgung der Kampftruppe mit Munition, Verpflegung, Ersatzteilen. „Klar, das kann man auch alles auf irgendeinem Gelände weit weg von den Menschen machen. Doch das wäre weltfremd, je mehr zivile Infrastruktur wir nutzen können, desto leistungsfähiger sind wir“, weiß Oberstleutnant Jörg Sieder, der Bataillonskommandeur. Und freut sich darüber, dass seine Leute sehr willkommen sind. Das bestätigt auch Anna Rieck, die Bürgermeisterin der Gemeinde Wulfsahl/Zarrentin. Die Zustimmung in der Bevölkerung sei enorm groß.

Der Stab kommt aus Hagenow, die anderen Einheiten sind vor allem aus Havelberg und Torgelow zusammengezogen worden. Und müssen recht spartanisch leben. So „hausen“ die Soldaten eines Transportzuges getarnt im Wald in so genannten „Hundehütten“, das sind einfachste Zelte aus zwei Planen. Geduscht wird alle zwei Tage, Schlaf gibt es aufgrund der wechselnden Lagen nur wenig. Die Instandsetzer haben sich bei einem landwirtschaftlichen Betrieb eingerichtet. Und so wird neben Traktoren und alten Hängern auch das Triebwerk eines Schützenpanzers Marder gewechselt, alte LPG-Hänger dienen den Soldaten bei einem simulierten Überfall als Deckung. Es gibt zwei Feldküchen, die dreimal am Tag kochen, es ist die aufgepeppte Einsatzversorgung wie es sie wohl auch im Krieg gäbe. Nicht jedem schmeckt es. Das bezieht sich auch auf die Übung, denn realistische Szenarien sind den Chefs wichtig. Und das ist auch nicht aus der Luft gegriffen, denn zahlreiche Männer und Frauen des Bataillons sind bereits im Einsatz. So sind aktuell 82 Mann im afghanischen Mazar I Sharif, vier Soldaten in Kabul und 28 derzeit in Mali im Einsatz.

Das ganze Bataillon, zu dem gut 1000 Soldaten gehören, soll im Fall der Fälle eine ganze Brigade versorgen können. Nach DDR-Maßstäben wäre das den Zahlen nach sogar eine Division.

Den kompletten Beitrag finden Sie im e-Paper Programm unserer Zeitung und natürlich in der Printausgabe am Mittwoch.

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