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Kameraden fordern einheitliche Regelung : Wenn der Sirenenalarm zur Probe wird

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Seit vielen Jahren wurden immer mittwochs um 15 Uhr die Feuerwehren zur Probe alarmiert. Doch plötzlich heulen die Sirenen am Sonnabend um 12 Uhr auf. Eine einheitliche Regelung im Großkreis fehlt.

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erstellt am 14.Aug.2013 | 10:37 Uhr

Hagenow/Wittenburg | Beim ersten Sirenenlaut am Sonnabend sprang Torsten Scharrenberg noch auf und wollte schon loslaufen. Doch schnell war klar, es ist nur Probealarm. Scharrenberg ist stellvertretender Wehrleiter in Hagenow. Wie ihm ergeht es seit wenigen Wochen hunderten Feuerwehrleuten. Denn so recht wissen sie nicht, woran sie sind. Seit vielen Jahren wurde immer mittwochs um 15 Uhr alarmiert. Plötzlich heulen die Sirenen am Sonnabend um 12 Uhr auf. Doch nicht überall, denn die neuen Zeiten bei der Alarmierung haben mit der Umstellung von analoger auf digitale Funktechnik zu tun. Auch die Sirenen werden von der Schweriner Leitstelle aus zentral über Funk angesteuert. Nur hat die Nachricht über den Wechsel noch nicht jeden Feuerwehrmann erreicht, es fehlt die einheitliche Regelung im Großkreis.

Die ist in den kommenden Wochen auch nicht zu erwarten, jedenfalls sah der zuständige Beigeordnete Wolfgang Schmülling bisher keinen dringenden Regelungsbedarf. Zudem ist die Umstellung auf die neue Funktechnik im Landkreis auch noch nicht abgeschlossen.

Kreiswehrführer Heiko Dübel gehört zu denen, die das Thema schon gern zentral geregelt hätten. Die Feuerwehrleute sind sich einig: Sie wollen lieber wieder auf Mittwoch 15 Uhr zurück. Doch das gilt nur für den Altkreis Ludwigslust. Im Parchimer Bereich wurde auch bisher am Sonnabend alarmiert. "Aus meiner Sicht brauchen wir zügig eine Regelung für den Kreis und nicht das aktuelle Durcheinander", sagt Dübel und verweist auf einen Beschluss seiner Amtswehrführer dazu.

Die Hagenower Wehr könnte mit beiden Varianten leben, nur Klarheit wäre schön. Im Moment kann niemand ausschließen, dass sonnabends und mittwochs geprobt wird. Dabei geht es nicht nur um die Wehren, auch die Bevölkerung ist unruhig über die neuen Zeiten am Sirenenhimmel. "Wir sind schon am ersten Sonnabend von allen möglichen Leuten angesprochen worden, was denn gewesen sei", berichtete Scharrenberg. In Wittenburg waren einige Kameraden sogar schon zur Wehr gehetzt, ehe sie mitbekamen, dass es nur um einen Probealarm geht.

Wer genau hinhört, kann einen normalen Feueralarm von einem Test unterscheiden. Bei der Probe heult der Ton nur einmal auf und verklingt dann langsam. Der Feueralarm liefert einen mehrfach auf- und abschwellenden Ton. Doch Sirenen können noch mehr, z. B. die Bevölkerung warnen und oder eine Evakuierung ankündigen. Bei der jüngsten Elbeflut wären im Falle eines Deichbruchs die Sirenen zur Warnung angelaufen.

Matthias Lidzba, Leiter des Hagenower Ordnungsamtes, gehört zu denen, die sich einheitliche Probealarme wünschen. "Für uns als Stadt ist es wichtig, dass alle sieben Sirenen zuverlässig funktionieren. Und das muss man überprüfen."

Dabei werden die Einsatzkräfte der Feuerwehren für die wirklichen Einsätze eigentlich über Rufmelder alarmiert, inzwischen meist auch digital. Die vibrieren, schlagen Alarm und liefern in einer Art SMS auch die wichtigsten Fakten gleich mit. Hagenows Wehr hat 40 davon, die auch funktionieren.

Regeln kann das Durcheinander nur der Landkreis, der der Leitstelle in Schwerin das klare Signal geben muss, wann alarmiert werden soll. Geht es nach den Wehren, so reichen 24 Alarme im Jahr aus. Für den Mittwoch spricht, dass man an diesem Werktag die Wehrmit glieder dort erreicht, wo sie arbeiten. Wenn sie denn in der Region arbeiten. Plus für den Sonnabend: An diesem Tag sind fast immer alle Kameraden zu Hause und können die Sirenen hören. Nachteil: Die Bevölkerung fühlt sich in ihrer Wochenendruhe gestört.

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