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Vellahn/Zarrentin : Wenn der Kreis um Hilfe ruft...

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

... dann kann das Amt Vellahn jetzt rund um die Uhr einen Löschzug garantieren, ohne die eigenen Ortschaften vollends zu entblößen

von
erstellt am 12.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Es gibt ihn erst seit kurzem und er soll auch Vorbild für alle Bereiche im Landkreis sein: Der Amtslöschzug Zarrentin. Das sind die Kräfte, die der Amtsbereich dem Landkreis rund um die Uhr und damit auch an Werktagen als Einsatzteam mit garantierter Technik zur Verfügung stellt. Und das, ohne den Brandschutz in den eigenen Orten zu vernachlässigen. Zarrentin ist nach langen Vorbereitungen in die Vorreiterrolle gegangen.

Konkret dabei sind die Wehren Banzin, Gallin, Zarrentin und Vellahn, dass alles mit definierten Fahrzeugen und auch der entsprechenden Technik. Die Einheitsführung obliegt der Amtswehrführung.Insgesamt sind es 25 Mann, wie Amtswehrleiter Stefan Nagel gestern im Gespräch bestätigte.

Diesen Amtslöschzug gibt es inzwischen nicht nur auf dem Papier, die Gruppe hat vor wenigen Tagen auch schon ihre erste Übung hinter sich gebracht.

Nagel: „Insgesamt haben  32 Kameraden mit 12 Pressluftatemgeräteträgern p das Alarmieren über die Leitstelle in Schwerin, das positionsgebundene Besetzen der Fahrzeuge, das Ausrücken sowie das Herrichten des Marschverbandes geübt. Alle Einheiten trafen sich innerhalb der vorgeschriebenen Vorlaufzeit auf dem Autohofrastplatz in Wittenburg und verlegten den Verband unter der Leitung meiner Leitung nach Zarrentin.“ Und diese eine Übung soll nicht die Letzte gewesen sein. In Kürze soll noch ein zweites Gremium, die „Führungsgruppe Amt Zarrentin“ gegründet werden. Das ist im Prinzip eine Expertengruppe mit Fachleuten aus allen Ecken des Amtsbereiches, die bei Einsätzen den Leiter vor Ort sofort mit ihrer Orts- und Sachkenntnis unterstützen können.

All diese Entwicklungen speisen sich aus zwei Erfahrungen. Zum einen kam es in der Vergangenheit immer wieder zu größeren Schadenssituationen, bei denen Feuerwehren auch außerhalb ihres eigentlichen Stammbereiches eingesetzt werden mussten. Damit kam die Sorge auf, die eigenen Ortschaften könnten für diese Zeit ohne Grundschutz dastehen. Das wird nun verhindert.

Zum anderen leiden alle Feuerwehren darunter, dass die Einsatzbereitschaft zu normalen Arbeitszeiten an Werktagen deutlich niedriger ist als an Wochenenden, weil viele Mitglieder auswärts arbeiten. Auch daher gab und gibt es die Tendenz, dass auch bei kleineren Ereignissen von der Leitstelle sehr viele Wehren alarmiert werden, um die nötigen Einsatzkräfte zusammen zubekommen.

Wie schnell so etwas gehen kann, hatte sich vor Tagen bei dem Gewittersturm in Wittenburg gezeigt. Dort mussten nicht nur ganz schnell alle Wehren aus dem Wittenburger Bereich alarmiert werden, auch die Zarrentiner halfen mit. Und dennoch konnte längst nicht allen Bedürftigen beim Kellerauspumpen geholfen werden.

Wenn jetzt andersherum Zarrentin eine Großlage hätte, wäre dank des neuen Löschzuges klar, welche Hilfe aus dem Amtsbereich verfügbar war.

„Mit so einem Löschzug sind wir in der Lage über die Amtsgrenzen hinaus, geschlossene, qualifizierte und geordnete Hilfe zu leisten, sei es bei einer Personenrettung, Großbränden, Katastrophen oder technische Hilfeleistungen ohne unsere eigenen Gemeinden und Ortschaften im Amt zu vernachlässigen, “ so Stefan Nagel,  stellvertretender Amtswehrführer.

Für Uwe Pulss, Kreiswehrführer, ist die Gründung des Löschzuges ein lange vorbereiteter Schritt in die richtige Richtung. „Da können alle besser planen, von der Leitstelle über den Landkreis bis hin zur betroffenen Region. Es ist kein Geheimnis, dass wir die Gründung derartiger Löschzüge auch für andere Ämter und Regionen planen und zur Zeit auch vorbereiten. Das wird nicht überall klappen. Der Amtsbereich muss eine gewisse Größe haben, damit so eine Zusammenfassung der Kräfte sinnvoll ist. In einigen Fällen werden sich wohl zwei Ämter zusammenführen müssen. Fakt ist dann auch, im Falle einer Katastrophe im Kreis, die keiner will, wüssten wir alle, was sofort einsetzbar wäre. Ein großer Vorteil.“ Das Amt Zarrentin hat 15 Freiwillige Feuerwehren mit insgesamt 410 aktiven Mitgliedern, 114 Ehrenmitgliedern sowie zusätzlich neun Jugendfeuerwehren mit knapp 190 Kindern und Jugendlichen. Es steht ein Fuhrpark von 21 Löschfahrzeugen zur Verfügung. Das jüngste Fahrzeug wurde im November 2014 in Dienst gestellt, das älteste ist Baujahr 1976. Mayk Pohle

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