Nachwuchsreiterin sitzt fest im Sattel : Wenn der Bundestrainer ruft...

 Mit ihrem Pony Nadin-G gewann die 13-jährige Christin  Turniere in Sachsen-Anhalt, Mühlengeez und Vorbeck.  Hennes
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Mit ihrem Pony Nadin-G gewann die 13-jährige Christin Turniere in Sachsen-Anhalt, Mühlengeez und Vorbeck. Hennes

Christin Wascher kümmert sich um die drei Pferde auf dem Hof, wenn die Eltern arbeiten oder Spätschicht haben. Sie reitet Mecklenburgs erfolgreichstes Pony und ist deutsche Children- Vizemeisterin im Springreiten.

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28. September 2012, 07:21 Uhr

Redefin | Cool. Das ist das erste, das Torsten Wascher einfällt, wenn er seine Tochter Christin beschreiben soll. Sie sei viel cooler als er selbst. Viel nervenstärker und inzwischen so eigenständig, dass er sich auf seine Tochter vollkommen verlassen könne. Sie kümmert sich um die drei Pferde auf dem Hof, wenn die Eltern arbeiten oder Spätschicht haben. Sie weiß, dass Schule vor dem Reiten steht und dass das Training erst beginnen kann, wenn alle Hausaufgaben gemacht sind. Dabei ist Christin erst 13 Jahre alt.

Ihr Vater Torsten Wascher ist früher selbst auf vielen Turnieren geritten. "Wenn ich heute gegen meine Tochter antreten müsste, dann hätte ich wahrscheinlich keine Chance", sagt er. Anfang September holte Christin Wascher bei den Deutschen Meisterschaften der Springreiter in der Wertungsgruppe "Children" im rheinländischen Hünxe den Vizetitel für das Landgestüt Redefin. Drei Wochen später ruft der Bundestrainer Eberhard Seemann zuhause bei den Waschers in Redefin an und lädt Christin zum großen Nachwuchs-Spring-Festival im Dezember nach Aachen. "So eine Einladung ist eine Riesenchance", sagt ihr Vater. "Die darf man gar nicht ausschlagen." Dass dieses Wochenende wieder mit viel Aufwand und Kosten verbunden sein wird, nimmt die Familie in Kauf. "Das gehört eben dazu." Die Waschers haben Wettkampfroutine. Opa Gernot war Bereiter auf dem Landgestüt. Onkel Daniel lernte Pferdewirtschaftsmeister und gehört heute zu erfolgreichsten Turnierreitern des Landgestüts. Bis zu dem großen Turnier in Aachen wird auch Christin noch viele andere reiten. In Gadebusch, in Prussendorf, in Neustadt Dosse... Fast jedes Wochenende macht sich die 13-Jährige mit ihren Eltern auf den Weg. Manchmal nehmen sie gleich drei Pferde mit, weil Christin den selben Wettkampf auf verschiedenen Pferden absolviert.

Pferde bestimmen Christins Alltag. "Nach der Schule mache ich meine Aufgaben und dann gehe ich reiten. Jeden Tag", sagt sie. "Es gibt immer mal Tage, wo man mal keine Lust hat. Aber dann reiten wir doch. Die Pferde brauchen ja die Bewegung."

Heute ist wieder so ein Tag. Draußen nieselt es, der Wind weht kühl - doch Christin steigt in die Reiterstiefel, schnallt sich die Sporen an und geht hinüber zu ihrem Pony "Nadin-G", das in einer der Boxen hinter dem Haus steht. Die Stute hat dieses Jahr für Mecklenburg-Vorpommern die meisten Turniere gewonnen. Auf ihr fühlt sich Christin mit am wohlsten. "Sie ist ein besonderes Pony", sagt die 13-Jährige. " Ein bisschen zickig und eigensinnig, aber auch sehr lieb."

Dass Christin Talent hat und ein Gespür für Pferde, merken ihre Eltern schon sehr früh. Bereits als Baby macht Christin ihre ersten Ausflüge auf dem Pferderücken. "Sie saß dabei immer auf Papas Schoß und hat sich mit aller Kraft gewehrt, wenn wir sie vom Pferd heben wollten", erzählt ihre Mutter Kati Wascher. Mit fünf Jahren nimmt Christin ihre erste Reitstunde auf einem Shetlandpony, seit drei Jahren trainiert sie fast täglich. Die vielen farbenfrohen Schleifen an ihren Wänden im Kinderzimmer erinnern an die Erfolge. Es sind so viele, dass Christin mit Filzstift den Namen des Pferdes und den Turniertag darauf geschrieben hat. Turniere, wie das in Aachen sind für die Schülerin heute längst Routine. "Die Aufregung davor hält sich in Grenzen", sagt sie. "Da sind Papa und Mama als Zuschauer viel aufgeregter."

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