Hagenow : Weniger Kunden durch Umleitung?

Der Fahrzeugverkehr wird für die nächsten sechs Wochen  wieder über die Wasserstraße umgeleitet.   Fotos: Moritz
Der Fahrzeugverkehr wird für die nächsten sechs Wochen wieder über die Wasserstraße umgeleitet. Fotos: Moritz

Durchfahrt in die Lange Straße wegen Bauarbeiten am Mühlenteich für Autos gesperrt / Stadt will Zeitplan einhalten

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15. Juli 2014, 17:51 Uhr

Die sechswöchige Vollsperrung der Langen Straße für den Autoverkehr hat am Montag in der Hagenower Innenstadt begonnen. Eine Umleitung ist ausgeschildert. Grund für die erneuten Bauarbeiten ist die Erneuerung des Brückenbauwerkes der Schmaar nahe des Mühlenteichs. Während der Bauphase ist die Lange Straße in beiden Richtungen bis zur Baustelle befahrbar, damit die Geschäfte erreichbar bleiben. Der Gehweg ist weiterhin passierbar.

Der zuständige Fachbereichsleiter der Stadt, Dirk Wiese, rechnet fest damit, dass der Zeitplan für die Bauarbeiten eingehalten und damit der Kompromiss mit den Gewerbetreibenden rund um die Baustelle umgesetzt werden kann. Kommune und Geschäftsinhaber hatten sich einigen können, dass die Vollsperrung statt drei Monate sechs Wochen dauert. Nach Wieses Informationen verlief die Sperrung der Straße für die Fahrzeuge zu Wochenbeginn unproblematisch.

Die Ladeninhaber entlang der Meile sehen die neuerlichen Bauaktivitäten mit gemischten Gefühlen. Zwar haben sie bei Gesprächen mit der Stadt und dem Bauträger eine deutlich kürzere Bauzeit und einen Termin für die Vollsperrung in den Ferien durchsetzen können. Die Geschäftsleute befürchten dennoch Einbußen, wenn Touristen wegen der Umleitung mit ihren Fahrzeugen möglicherweise einen Bogen um Hagenow machen, die Laufkundschaft weniger wird und die Bauaktivitäten potenzielle Kunden von einem Bummel durch die Innenstadt abschrecken.

Einer der Geschäftsleute, der die Belastungen für seine Zunft so gering wir möglich halten wollte, ist Martin Kalischewski, Inhaber der Bike Factory. Von ihm stammt nach eigener Darstellung der Vorschlag, die Vollsperrung in die Ferien zu verlegen. „Erst wollten sie die Lange Straße drei Monate schließen, da haben wir uns ein bisschen böse gemacht, sind dann mit einigen Selbstständigen hingegangen und haben sechs Wochen rausgehandelt“, erinnert sich der junge Mann sich an die Verhandlungen mit der Kommune.

„Drei Monate ging gar nicht. Für die Läden werde es trotzdem schwer, gerade in der Hauptsaison“, sagt Kalischewski. Vor allem für Saisongeschäfte bedeute die erneute Vollsperrung einen gravierenden Einschnitt. Die Leute könnten zwar in die Stadt fahren, aber diejenigen, die spontan Einkaufen gehen, würden ausbleiben. Allein in seinem Geschäft mache diese Kundengruppe 15 bis 20 Prozent aus. Kalischewski verwies auf das schwierige Weihnachtsgeschäft wegen der damals bereits vierwöchigen Vollsperrung der Langen Straße.



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